Dienstag, 15. November 2016

8. Tag 14.11.2016 (Pittsburgh - New Orleans - Shreveport)


Wie schliefen die Nacht nur 3,5 Stunden und standen total müde um 4 Uhr auf. Wir mussten noch die restlichen Sachen in den Koffer und ins Handgepäck packen und dann auf unseren Uber-Fahrer warten. Da die Bestimmungen für das personal item sehr streng waren und unsere Rücksäcke eigentlich zu groß dafür waren, hatte ich alles in eine Macys Plastiktüte gestopft wohingegen Andreas trotzdem seinen Rucksack nahm. Unser Uber-Fahrer war sehr pünktlich und so verließen wir um 4:40 Uhr das Haus meiner Gastfamilie Richtung Flughafen. Bereits nach 3-4 km fiel mir jedoch auf, dass ich mein Kissen vergessen hatte, ein Umkehren machte nur leider keinen Sinn mehr.
Am Flughafen angekommen ging das einchecken recht schnell. Die Koffer waren genau die erlaubten 40 Pfund schwer und so konnten wir ohne große Probleme ins Erdgeschoss zur Security gehen.
Wir fuhren also die Rolltreppe runter und sahen sie, die riesige Schlange vor der Kontrolle. Wir wurden sofort nervös, das Herz schlug schneller und wir  bekamen feuchte Hände. Ich hab noch nie eine solch lange Schlange gesehen, ein Ende war nicht einmal in Sicht. So liefen wir diese also ab um uns hinten anzustellen. Wir liefen und liefen, verließen das Flughafengebäude, liefen weiter, verließen den Zwischengang vom Flughafengebäude und liefen weiter, bis wir im Zwischengang der Tiefgarage das Ende der Schlange erreicht hatten. Bei uns machte sich Panik breit, denn auch wenn der Flieger erst um 6:30 Uhr gehen sollte, so war das Boarding bereits eine Stunde zuvor, also in gut 10 Minuten gewesen. Auf dem Ticket stand jedoch auch, dass die Türen um 6:15 Uhr schließen würden. Daran hielt ich mich fest, Regeln sind immerhin da um sich an diese zu halten, also war ich fest der Überzeugung, dass sich die Fluggesellschaft auch an ihre eigenen halten würde. Andreas hingegen war ein absolutes Nervenbündel. Er sprang aufgeregt hin und her, lief nach vorne um mit diversen Verantwortlichen zu reden (und es muss schon viel kommen, dass er mich nicht vorschickt dies zu machen), versuchte Leute dazu zu bekommen uns vor zu lassen und machte mich ganz nervös. Da die Schlange sich gut vorwärts bewegte war ich recht optimistisch, zumindest um 6:15 Uhr am Gate zu sein. Nach bereits 20 Minuten waren wir im eigentlichen Flughafengebäude und weitere 15 Minuten Später an dem eingegrenzten Securitybereich. Am Computer konnten wir sehen, dass unser Flugzeug noch bordete und ich schaute alle paar Sekunden ob sich daran etwas änderte. Es zog sich ewig hin, bis wir dann endlich auch unsere Sachen ablegen und scannen lassen durften. Vor uns, wie sollte es auch anders sein, war eine Familie mit Baby und Kinderwagen. Die hatten natürlich ihren halben Hausstand versucht mit ins Flugzeug zu nehmen und so hörten die Taschen, Jacken, Schuhe und Elektrogeräte niemals auf. Wir schmissen unsere Sachen nur ganz hektisch in die Kisten um dann schnell selbst gescannt zu werden. Durch den Scanner durch, ging alles ganz schnell. In Windeseile zogen wir die Jacken und Schuhe an, schmissen alle Elektrogeräte in die Taschen und flitzten zum „Bahnhof“. Wir hatten noch genau 7 Minuten Zeit um von der Bahn (die den Securitybereich mit den Gates verband) zum Gate zu kommen. Ich war total erledigt und ließ Andreas vorrennen, er ist einfach schneller. Ich kam komplett erledigt und schnaufend an, aber die Tore waren noch offen. Eine nette Dame begrüßte mich mit den Worten „come down and find your happy place“. Ich war so erschöpft und unsere Lungen brannten, aber wir hatten es geschafft und waren erleichtert. Wir hatten ihn noch erreicht, unseren Happy Place für diesen Morgen. Alles andere wäre auch ein Desaster gewesen.  Das Flugzeug war schon sehr gut gefüllt und wir setzten uns auf unsere Plätze. Wir waren aber scheinbar nicht die einzigen Passagiere die zu spät waren. Insgesamt fehlten noch 30 weitere, weswegen die Airline tatsächlich noch weitere 30 Minuten wartete bevor sie die Türen schlossen und zum Enteisen fuhren. Das Chaos bei der Security schien also nicht der Normalfall gewesen zu sein.
In New Orleans begrüßte uns die Sonne. Es war wundervolles Wetter und wir waren mit unseren Pullis und Jacken natürlich viel zu warm angezogen. Wir holten also unser Gepäck ab (ich aß schon einmal meinen Kuchen von der Cheesecake Factory am Gepäckband – quasi mein Frühstück) und gingen dann weiter um unser Auto zu holen.

Man wollte uns mal wieder diverse Versicherungen anquatschen und einen Toll-Pass, den wir uns irgendwie auch andrehen lassen haben. Wir waren wohl noch nicht ganz bei Sinnen. Allerdings soll es in Texas viele Mautstraßen geben, die man nicht direkt an einer Kasse bezahlt sondern übers Nummernschild die Rechnung gestellt bekommt. Bei der Autovermietung müssten wir pro Maut eine Gebühr von 15 $ zusätzlich zur anfallenden Maut  bezahlen, wenn wir also 10 solcher Straßen benutzen, würde es sich rentieren. Wir werden sehen und dann berichten.
Unser Auto, ein roter Toyota aus der Steinzeit, ist wohl das schlechteste Auto was wir je bekommen haben. Er sieht zwar noch ganz gut aus, ist aber technisch und ausstattungsmäßig gut 20 Jahre zurück. Das ganze Auto besteht eigentlich nur aus Plastik, der Kofferraum ist winzig, da das Ersatzrad scheinbar noch gut 15 cm Luft zum Atmen braucht und der Kofferraumboden daher sehr weit oben ist, das Handschubfach ist extrem klein, es gibt keine Mittelkonsole und wir haben nicht einmal einen elektrischen Schlüssel oder Zentralverriegelung. Da sich der Seitenspiegel nicht so gut einstellen lässt, hat Andreas auch gut 3 km nachdem wir das Auto abgeholt haben, fast einen Unfall gebaut. Das kann also noch etwas werden.

Unser erster Stopp war New Orleans French Quarter. Wir parkten das Auto bei der Touristen Information (nur 5 $ für 10 Stunden) und informierten uns Vorort erst einmal was man sich alles anschauen kann. Die Damen bei der Touristeninformation empfahlen uns das French Quarter, da dies am interessantesten sei und eigentlich auch das einzig wirklich sehenswerte.
Wir machten uns also zu Fuß auf ins French Quarter, gut 10 Minuten weg, und hielten dann doch vorher noch einmal am Louis Armstrong Park. Ein wirklich sehr schöner Park mit vielen Figuren, Springbrunnen und Brücken. Leider tummelten sich auch sehr viele Obdachlose hier rum, was den Park jedoch nicht minder schön machte.



   

Nach unserem Spaziergang durch den Park ging es dann weiter Richtung French Quarter und Jackson Square. Die Häuser hier sind sehr schön, haben meist ziemlich schöne Balkone und es tummeln sich viele Musiker, Künstler und Hellseher in den Straßen und am Jackson Square. Leider roch es aber auch permanent nach Urin. Da wir bereits morgens hier waren, war natürlich noch nicht so viel los und das berühmte Getummel auf der Bourbon Street blieb aus. Die Bars hatten zwar alle auf, waren jedoch noch komplett leer. Wir bummelten daher durch die verschiedenen Straßen, hörten den Jazzmusikern zu und gingen in den einen oder anderen Laden. Am Jackson Square angekommen, saßen wir eine Weile am Mississippi und genossen die Ruhe und die Sonne. Auch hier wieder das gleiche Bild wie bereits in Pittsburgh, der Weihnachtsbaum besteht aus Plastik und wurde bausteinkastenmäßig aufgebaut. Zum Mittag gab es Beignets im berühmten Café Du Monde bevor wir uns wieder Richtung Auto machten.















Wir mussten heute noch ordentlich Strecke schaffen, da Dallas fast 8 Stunden Fahrzeit von New Orleans weg war. Wir versuchten heute also so viel wie möglich zu schaffen und machten nur kurz bei Walmart einen Stopp um Wasser zu kaufen. Wir schafften es bis nach Shreveport, ein kleiner Ort kurz vor der Grenze zu Texas. Hier buchten wir ein Zimmer im Quality Inn und waren froh, endlich in einem Bett liegen zu können. Der Tag war lang und obwohl wir ja eigentlich nicht viel gemacht haben auch irgendwie anstrengend. Unser Abendbrot war eine große Pizza von Dominos im Bett während wir das Footballspiel der New York Giants schauten.

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