Der Wetterbericht sagte schönes
Wetter voraus, deswegen hatten wir entschieden heute eine Ducky Tour zu machen.
Ich hab die Tour mit dem Amphibienfahrzeug bereits vor über 9 Jahren, als
wir
gerade frisch nach Pittsburgh gezogen sind, gemacht und fand dies sei der beste Weg
Andreas ein wenig Pittsburgh zu zeigen, insbesondere auch die Stadien von den
Steelers und Pirates. So machten wir uns also gegen 11 Uhr auf den Weg in
Richtung Bahnhof. Am Bahnhof angekommen, dachten wir bereits den Zug zu hören
und versuchten hektisch Tickets zu kaufen. Dies stellte sich schwieriger als gedacht
heraus. Zunächst waren die Bereiche in 2 Zonen aufgeteilt und wir mussten erst
einmal ein Plakat finden, das diese abgedruckt hatte. Ein solches neben den
Automaten zu hängen schien den Amerikanern wohl zu einfach zu sein. Nachdem wir
die Zonen geklärt hatten konnten wir unsere Single Ride Tickets kaufen. Leider
wollte der Automat die von uns eingesteckten 5 Dollar einfach nicht fressen.
Leicht genervt und mit steigender Hektik versuchten wir es noch einmal am
anderen Automaten. Hier gab es keine Probleme mit dem Geld, jedoch druckte
dieser nur 1 statt 4 Fahrtickets aus, gab uns aber trotzdem die eingesteckten
10 Dollar zurück (quasi ein Gratisticket für den ganzen Stress). Also das ganze
Spiel noch einmal, nur diesmal mit 3 Tickets, beim 3. Anlauf hat das dann
endlich geklappt und die Tickets samt Wechselgeld kamen gut 10 Sekunden vor dem
Zug, oder besser Straßenbahn – denn das was da auf uns zugefahren kam konnte
man wahrlich nicht als Zug bezeichnen, und wir konnten uns auf in Richtung Downtown
machen.
Die Fahrt war länger als ich in
Erinnerung hatte (bin bestimmt schon 3-5 Jahre nicht mehr mit der Bahn in die
Stadt gefahren) und die Passagiere sahen allesamt etwas zwielichtig aus. Wir
waren definitiv die einzigen Touristen und gehörten zu den wenigen die keine
Selbstgespräche führten.
Wir stiegen am Station Square aus,
dieser liegt auf der anderen Seite des Flusses am Fuße der Stadt und dort gab
es einige Restaurants (u.a. das Hardrock Café) und eine tolle Sicht auf die
Stadt. Im Sommer ist dieser Platz wirklich schön. Man kann auf den Terrassen
der Restaurants die Sonne genießen, Musik wird gespielt, die Skyline ist
richtig toll und es gibt ein Wasserspiel, welches aufgrund der Jahreszeit aber bereits abgestellt war. Die ersten
Weihnachtsvorbereitungen waren hier bereits in Gange und der Weihnachtsbaum
stand schon zu 50 %. Wie das funktioniert? Es ist ein Baukasten-
Plastik-Weihnachtsbaum, der anschließend geschmückt und beleuchtet wird. Ich
kann euch sagen, ich war enttäuscht als ich das gesehen habe. Irgendwie bin ich
immer davon ausgegangen, dass die Weihnachtsbäume auch wirklich echt sind –
scheinbar ist dies aber nicht der Fall.
Gegenüber des Hardrock Cafés befand
sich das Büro der Ducky Tour, wo wir unsere zuvor reservierten Karten abholen
konnten um dann 100 m weiter auch schon ins Fahrzeug steigen zu können. Die
Sitze waren zwar bequem, aber viel zu klein um 2 Leute bequem sitzen zu lassen.
Da ich
allerdings die Kamera hatte, saß ich auch an der Seite und musste nicht
wie Andreas halb in der Luft sitzen. Die
beiden Tourguides waren das, was man von Amerikanern erwartet. Aufgesetzt
freundlich, machten eingespielte und total unlustige Witze und übertrieben
alles extrem. Auch wenn dies etwas anstrengend war, so war die Tour selber ganz
cool. Klar, Pittsburgh ist jetzt nicht New York City oder eine andere wirklich
coole Stadt und hat auch eigentlich keinerlei Sehenswürdigkeiten, trotzdem gibt
es auch in Pittsburgh ganz schöne Ecken. Wir hatten aber natürlich auch extrem
viel Glück mit dem Wetter. Es war mild, ziemlich windstill, trocken und der
Herbst in Pittsburgh ist einfach nur wunderschön.
Sie zeigten uns das Gefängnis, das Gericht, diverse Hotels, Theater und
einige Kirchen. Nichts davon hat man zuvor je gehört und spielt auch keine bedeutende Rolle im Stadtbild, aber was
sollte man uns auch sonst zeigen. Pittsburgh ist die Stadt mit den zweitmeisten
Theatern in den USA, aber auch hier würde ich sagen, gilt das Prinzip Qualität
vor Quantität, denn so richtig coole oder bekannte Aufführungen/Musicals gibt es hier nicht oder nur sehr selten.
Es ging weiter, wieder einmal über
eine Brücke (eine von über 400 Brücken in Pittsburgh), in Richtung
Baseballstadion. Der PNC Park, das Stadion der Pittsburgh Pirates, ist wirklich
ziemlich cool. Das Stadion ist zur Skyline hin offen und wenn man dort sitzt und
sich ein Spiel anschaut, hat man abends die leuchtende Skyline im Hintergrund –
das ist echt richtig cool.
Wir umfuhren einmal das Stadion und fuhren dann an einigen
Monumenten vorbei, die für die Opfer und Soldaten diverser Kriege aufgebaut
wurden. Für diese hatte man sich direkt am Wasser ein echt schönes Fleckchen
von Pittsburgh ausgesucht.
Kurz vorm Heinz Field, dem American Football Stadion
der Pittsburgh Steelers und der Collegemannschaft, den Panthers (und scheinbar auch
der Mannschaft in einem Batman-Movie), ging es dann mit lauter Animation des
Tourguides ins Wasser. So fuhren wir den Allegheny river und später den Ohio river
entlang und fuhren am Science Center und dem davor aufgestellten U-Boot vorbei.
3 Passagiere durften die Ente nun mal selber steuern und wir haben neben Informationen über die Stadt und Tipps was man noch so machen könnte ( z.B. Mt. Washington besuchen oder in den Point Park gehen) auch die Möglichkeit gehabt, die Skyline noch einmal vom Wasser aus zu fotografieren. Mit den gefärbten Bäumen und dem Wasser im Vordergrund, sind die Bilder richtig schön geworden.
Nach gut 20 Minuten ging es dann aber auch schon wieder zurück aufs Land und zurück zum Ausgangspunkt. Wir fuhren noch einmal an dem Ice-Skating Ring mit Weihnachtsbaum (vermutlich auch nur eine Plastiktanne) vorbei, der direkt vor dem wohl auffälligsten Gebäude der Stadt aufgebaut wurde. Ich glaube es ist eine Bank, haben leider nicht zugehört als sie es erklärt hatte, die wie ein komplett verglastes, spiegelndes Schloss aussieht. Dies ist mit Abstand das coolste Gebäude der Stadt.
Nach gut einer Stunde war die Tour
wieder vorbei und wir fuhren auch direkt wieder nach Mt. Lebanon zurück. Beim
Aussteigen gab es dann irgendwelche Probleme mit unserer Fahrkarte. Irgendwie
hat diese angezeigt, dass sie ungültig sei. Keine Ahnung warum, aber der
Schaffner war da eigentlich ganz entspannt und lies uns ohne weiteres bezahlen
aussteigen.
Esther wollte uns vom Bahnhof
abholen, daher mussten wir uns erst einmal free-wifi beschaffen und so kauften
wir uns frozen yoghurt. Bevor die Besitzer gewechselt hatten, war der Laden
echt richtig cool und lecker, nur leider wurde dieser von einer Bio-Tante
übernommen und die meisten Sorten schmeckten etwas komisch, eher wie
eingeschlafene Füße und waren dann auch noch ziemlich teuer. Wir mussten für 2 „Töpfe“
rund 14 $ bezahlen, das war echt viel. Ich sagte Esther Bescheid und wir
warteten. Leider kam keine Antwort und nachdem wir keine Lust mehr hatten,
liefen wir los (Sie war gerade duschen und hat das Handy nicht gehört). Und wieder
mussten wir gut 45 Minuten zurück nach Hause laufen. Der Weg war zwar meist
ebenerdig, doch direkt an der lauten Hauptstraße. Das war wieder so ein Moment,
in dem man sich wünscht, doch ein Auto zu haben. Aber wie ihr sehen könnt, wir
haben den Spaziergang überlebt.
Am Abend gab es dann endlich das
wohl leckerste Pulled Pork das ich je gegessen hatte und wir uns schon so drauf
gefreut hatten (wir kannten das schon). Zum Nachtisch gab es dann noch Moose Tracks
Ice-Cream und American Football, bei dem
wir ständig eingeschlafen sind.
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