Freitag, 11. November 2016

4. Tag 10.11.2016 Pittsburgh

Der Wetterbericht sagte schönes Wetter voraus, deswegen hatten wir entschieden heute eine Ducky Tour zu machen. Ich hab die Tour mit dem Amphibienfahrzeug bereits vor über 9 Jahren, als
wir gerade frisch nach Pittsburgh gezogen sind,  gemacht und fand dies sei der beste Weg Andreas ein wenig Pittsburgh zu zeigen, insbesondere auch die Stadien von den Steelers und Pirates. So machten wir uns also gegen 11 Uhr auf den Weg in Richtung Bahnhof. Am Bahnhof angekommen, dachten wir bereits den Zug zu hören und versuchten hektisch Tickets zu kaufen. Dies stellte sich schwieriger als gedacht heraus. Zunächst waren die Bereiche in 2 Zonen aufgeteilt und wir mussten erst einmal ein Plakat finden, das diese abgedruckt hatte. Ein solches neben den Automaten zu hängen schien den Amerikanern wohl zu einfach zu sein. Nachdem wir die Zonen geklärt hatten konnten wir unsere Single Ride Tickets kaufen. Leider wollte der Automat die von uns eingesteckten 5 Dollar einfach nicht fressen. Leicht genervt und mit steigender Hektik versuchten wir es noch einmal am anderen Automaten. Hier gab es keine Probleme mit dem Geld, jedoch druckte dieser nur 1 statt 4 Fahrtickets aus, gab uns aber trotzdem die eingesteckten 10 Dollar zurück (quasi ein Gratisticket für den ganzen Stress). Also das ganze Spiel noch einmal, nur diesmal mit 3 Tickets, beim 3. Anlauf hat das dann endlich geklappt und die Tickets samt Wechselgeld kamen gut 10 Sekunden vor dem Zug, oder besser Straßenbahn – denn das was da auf uns zugefahren kam konnte man wahrlich nicht als Zug bezeichnen, und wir konnten uns auf in Richtung Downtown machen.
Die Fahrt war länger als ich in Erinnerung hatte (bin bestimmt schon 3-5 Jahre nicht mehr mit der Bahn in die Stadt gefahren) und die Passagiere sahen allesamt etwas zwielichtig aus. Wir waren definitiv die einzigen Touristen und gehörten zu den wenigen die keine Selbstgespräche führten.
Wir stiegen am Station Square aus, dieser liegt auf der anderen Seite des Flusses am Fuße der Stadt und dort gab es einige Restaurants (u.a. das Hardrock Café) und eine tolle Sicht auf die Stadt. Im Sommer ist dieser Platz wirklich schön. Man kann auf den Terrassen der Restaurants die Sonne genießen, Musik wird gespielt, die Skyline ist richtig toll und es gibt ein Wasserspiel, welches aufgrund der Jahreszeit aber  bereits abgestellt war. Die ersten Weihnachtsvorbereitungen waren hier bereits in Gange und der Weihnachtsbaum stand schon zu 50 %. Wie das funktioniert? Es ist ein Baukasten- Plastik-Weihnachtsbaum, der anschließend geschmückt und beleuchtet wird. Ich kann euch sagen, ich war enttäuscht als ich das gesehen habe. Irgendwie bin ich immer davon ausgegangen, dass die Weihnachtsbäume auch wirklich echt sind – scheinbar ist dies aber nicht der Fall.
Gegenüber des Hardrock Cafés befand sich das Büro der Ducky Tour, wo wir unsere zuvor reservierten Karten abholen konnten um dann 100 m weiter auch schon ins Fahrzeug steigen zu können. Die Sitze waren zwar bequem, aber viel zu klein um 2 Leute bequem sitzen zu lassen. Da ich
allerdings die Kamera hatte, saß ich auch an der Seite und musste nicht wie Andreas halb in der Luft sitzen.  Die beiden Tourguides waren das, was man von Amerikanern erwartet. Aufgesetzt freundlich, machten eingespielte und total unlustige Witze und übertrieben alles extrem. Auch wenn dies etwas anstrengend war, so war die Tour selber ganz cool. Klar, Pittsburgh ist jetzt nicht New York City oder eine andere wirklich coole Stadt und hat auch eigentlich keinerlei Sehenswürdigkeiten, trotzdem gibt es auch in Pittsburgh ganz schöne Ecken. Wir hatten aber natürlich auch extrem viel Glück mit dem Wetter. Es war mild, ziemlich windstill, trocken und der Herbst in Pittsburgh ist einfach nur wunderschön.
Sie zeigten uns das Gefängnis,  das Gericht, diverse Hotels, Theater und einige Kirchen. Nichts davon hat man zuvor je gehört und spielt auch  keine bedeutende Rolle im Stadtbild, aber was sollte man uns auch sonst zeigen. Pittsburgh ist die Stadt mit den zweitmeisten Theatern in den USA, aber auch hier würde ich sagen, gilt das Prinzip Qualität vor Quantität, denn so richtig coole oder bekannte Aufführungen/Musicals  gibt es hier nicht oder nur sehr selten.
Es ging weiter, wieder einmal über eine Brücke (eine von über 400 Brücken in Pittsburgh), in Richtung Baseballstadion. Der PNC Park, das Stadion der Pittsburgh Pirates, ist wirklich ziemlich cool. Das Stadion ist zur Skyline hin offen und wenn man dort sitzt und sich ein Spiel anschaut, hat man abends die leuchtende Skyline im Hintergrund – das ist echt richtig cool.
Wir umfuhren einmal das Stadion und fuhren dann an einigen Monumenten vorbei, die für die Opfer und Soldaten diverser Kriege aufgebaut wurden. Für diese hatte man sich direkt am Wasser ein echt schönes Fleckchen von Pittsburgh ausgesucht.
Kurz vorm Heinz Field, dem American Football Stadion der Pittsburgh Steelers und der Collegemannschaft, den Panthers (und scheinbar auch der Mannschaft in einem Batman-Movie), ging es dann mit lauter Animation des Tourguides ins Wasser. So fuhren wir den Allegheny river und später den Ohio river entlang und fuhren am Science Center und dem davor aufgestellten U-Boot vorbei.
3 Passagiere durften die Ente nun mal selber steuern und wir haben neben Informationen über die Stadt und Tipps was man noch so machen könnte ( z.B. Mt. Washington besuchen oder in den Point Park gehen) auch die Möglichkeit gehabt, die Skyline noch einmal vom Wasser aus zu fotografieren. Mit den gefärbten Bäumen und dem Wasser im Vordergrund, sind die Bilder richtig schön geworden.

Nach gut 20 Minuten ging es dann aber auch schon wieder zurück aufs Land und zurück zum Ausgangspunkt. Wir fuhren noch einmal an dem Ice-Skating Ring mit Weihnachtsbaum (vermutlich
auch nur eine Plastiktanne) vorbei, der direkt vor dem wohl auffälligsten Gebäude der Stadt aufgebaut wurde. Ich glaube es ist eine Bank, haben leider nicht zugehört als sie es erklärt hatte, die wie ein komplett verglastes, spiegelndes Schloss aussieht. Dies ist mit Abstand das coolste Gebäude der Stadt.
 
Nach gut einer Stunde war die Tour wieder vorbei und wir fuhren auch direkt wieder nach Mt. Lebanon zurück. Beim Aussteigen gab es dann irgendwelche Probleme mit unserer Fahrkarte. Irgendwie hat diese angezeigt, dass sie ungültig sei. Keine Ahnung warum, aber der Schaffner war da eigentlich ganz entspannt und lies uns ohne weiteres bezahlen aussteigen.
Esther wollte uns vom Bahnhof abholen, daher mussten wir uns erst einmal free-wifi beschaffen und so kauften wir uns frozen yoghurt. Bevor die Besitzer gewechselt hatten, war der Laden echt richtig cool und lecker, nur leider wurde dieser von einer Bio-Tante übernommen und die meisten Sorten schmeckten etwas komisch, eher wie eingeschlafene Füße und waren dann auch noch ziemlich teuer. Wir mussten für 2 „Töpfe“ rund 14 $ bezahlen, das war echt viel. Ich sagte Esther Bescheid und wir warteten. Leider kam keine Antwort und nachdem wir keine Lust mehr hatten, liefen wir los (Sie war gerade duschen und hat das Handy nicht gehört). Und wieder mussten wir gut 45 Minuten zurück nach Hause laufen. Der Weg war zwar meist ebenerdig, doch direkt an der lauten Hauptstraße. Das war wieder so ein Moment, in dem man sich wünscht, doch ein Auto zu haben. Aber wie ihr sehen könnt, wir haben den Spaziergang überlebt.

Am Abend gab es dann endlich das wohl leckerste Pulled Pork das ich je gegessen hatte und wir uns schon so drauf gefreut hatten (wir kannten das schon). Zum Nachtisch gab es dann noch Moose Tracks Ice-Cream  und American Football, bei dem wir ständig eingeschlafen sind.

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