Heute ist Thanksgiving, ein
Feiertag in Amerika der die Pilger feiert bzw. eine Art Erntedankfest. In
vielen Städten gibt es anlässlich dessen Paraden (die wohl bekannteste ist die
Macy`s Parade in New York City), es laufen Footballspiele (wie eigentlich an
jedem anderen Donnerstag auch) und es gibt traditionell Truthahn mit diversen
Beilagen. Wir wollten den Tag eigentlich in Pittsburgh bei meiner Familie
verbringen, die ist allerdings über die Feiertage weggefahren, daher hatten wir
den Besuch an den Anfang unseres Urlaubs gelegt. Was auch nicht so schlimm war,
denn es ist jetzt ja auch kein Feiertag wie Weihnachten. Wir hatten für den
Abend einen Tisch in einem Restaurant am Riverwalk in San Antonio reserviert
und wollten pünktlich um 18 Uhr etwas shoppen, quasi vorgezogener Black Friday.
Als erstes stand bei uns aber nicht San Antonio sondern der Pedernales Falls
State Park auf dem Programm, der etwa eine Stunde östlich von Austin lag und
den wir am Dienstag wegen Renovierungsarbeiten nicht besuchen konnten, dies
holten wir nach. Wir standen früh auf, schrieben Jeff eine Notiz in der wir uns
für die Unterkunft bedankten und machten
uns auf dem Weg in Richtung State Park. Obwohl heute ein Feiertag war, waren
doch schon recht viele andere Autos auf der Straße, aber es war kein Problem
aus der Stadt raus zu kommen und in Richtung State Park zu fahren. Unser erstes
Ziel war eine Frühstücksmöglichkeit und dabei waren wir nicht einmal wählerisch
was es sein sollte. Der erste McDonalds hatte zu, der nächste Sonic auch und
der Burger King an der Tankstelle war auch ganz dunkel, genauso wie der drauf
folgende Sonic. Frühstücken schien scheinbar an Thanksgiving ein großes Problem
zu werden, na super. Kurz bevor wir am State Park angekommen waren sahen wir
ihn, den offenen Fastfoodtempel – Whataburger. Wir kannten diesen Laden nicht,
aber das musste sich jetzt ändern. Wir bestellten Rühreier, Würstchen und einen
Frühstücksburrito und nach kurzer Wartezeit konnten wir uns endlich für den Tag
stärken. Weiter ging es Richtung State Park, der nach seinen
Renovierungsarbeiten wieder geöffnet hatte und tatsächlich trotz oder gerade
wegen des Feiertags schon sehr gut besucht war. Wir bezahlten die 12 €
Eintrittsgebühren, holten uns die Parkkarte und Wanderkarte und machten uns auf
dem Weg zum ersten Trail, den Twinfalls overlook. Irgendwie mussten wir da den
falschen Eingang erwischt haben, denn unser Weg ging durchs Gebüsch, über und
unter Bäume, wir mussten Klettern und viel Zick-Zack laufen. Nach gut 5 Minuten
waren wir uns schon nicht mehr sicher, ob wir wirklich richtig waren, umdrehen
wollten wir aber auch nicht. Nach weiteren 5 Minuten machten sich vor uns 2
weitere Wanderwege auf, vermutlich der richtige Trail. Wir entschieden uns für
den Richtigen und kamen wenige Minuten am Overlook an. Die Aussicht war
enttäuschend. Warum das ganze Twinfalls heißt, war uns nicht ersichtlich. Es
hätte auch kleiner Bach heißen können, denn mehr als das war es nicht, was man
sehen konnte. Also gingen wir wieder Richtung Auto, diesmal über den richtigen
Weg.
Der nächste Stopp war der
Badebereich des Parks, der gut 10 Minuten Wanderweg vom Parkplatz entfernt war.
Wir entschlossen uns keine Schwimmsachen mitzunehmen, da zwar die Sonne schien,
es aber nicht so wirklich Badewetter war und das Wasser sicherlich richtig kalt
sein müsste. Andreas hielt dies aber nicht ab, seine Hose hochzukrempeln und
ein wenig durch das kalte Wasser zu wandern. Auf dem Rückweg zurück zum
sicheren Ufer landete er in der Strömung und das Wasser wurde immer höher,
Folge war eine komplett nasse Hose inkl. Unterhose.
Wir hatten ja zum Glück die Koffer
im Auto, also alles halb so wild.
Als letztes ging es dann endlich
zum Namensgeber des State Parks, den Pedernales Falls. Auf einem kurzen Trail
ging es hinab zu den Falls. Der Fluss hatte sich hier seinen Fluss entlang von
großen Steinen gebahnt. Wir gingen den Fluss ein wenig entlang. Hierbei floss
das Wasser über einige kleine Kaskaden ins Tal. Wir kletterten über die Steine.
Es hat Spaß gemacht, war aber nach einiger Zeit schon etwas anstrengend.
Deshalb und auch aus Zeitgründen machten wir uns dann auf zurück zum Auto um
rechtzeitig zu unserem Dinner in San Antonio zu sein. Wir fuhren etwa anderthalb
Stunden bevor wir dann in San Antonio ankamen. Das Ganze war allerdings am Ende
gar nicht so einfach. Ein totales Verkehrschaos rund um die Innenstadt
erwartete uns. Und wir mussten hierbei auch noch einen Parkplatz finden, da wir
uns die 28$ für das Valet Parking zumindest teilweise sparen wollten. Nach einiger
Zeit fanden wir dann ein Parkhaus beim Convention Center. Parkgebühren sind
normalerweise 10$ aber heute empfing uns ein Schild mit der Botschaft, dass es
Thanksgiving, zur Feier des Tages, nichts kostet. Wir parkten unser Auto,
gingen die 400 Meter zum Hotel mit samt Koffern und etlichen Tüten und checkten
ein. Das Hotel war modisch nicht mehr ganz auf dem Stand der Zeit. Aber wir
mussten das nun so hinnehmen und machten uns nach einiger Zeit auf Richtung
Restaurant. Das Essen war klassisch wie wir uns dies zu Thanksgiving
vorgestellt hatten. Man hätte allerdings auch vor Ort einfach ein etwas
günstigeres Restaurant aufsuchen können. Es hatte einiges geöffnet. Da wir dies
aber ja nicht wissen konnten und man sich im Urlaub auch mal was gönnen darf
war das so schon ganz gut.
Nach dem Essen schlenderten wir noch etwas den Riverwalk
entlang. Punkt 18 Uhr gingen wir in die Mall, wo laut Andreas die Läden öffnen
sollten und die ersten Black Friday Angebote und Rabatte zu finden sind. Wir
waren enttäuscht. Es waren weit und breit keine Läden auf und die, die es doch
waren schlossen gerade. Deswegen gingen wir wieder raus, aßen ein kleines Eis, welches ich größtenteils
auf meinem Shirt verteilte und gingen dann zurück zum Hotel. Morgen heißt es
schließlich früh aufstehen und einen Black Friday Shopping Marathon hinlegen.
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