Am Morgen kamen wir mal wieder
nicht so richtig aus den Puschen. Wir aßen zwar recht pünktlich unsere Waffel
in Texasform, bis dann aber alle Koffer und Taschen gepackt waren, wir geduscht
(unsere Dusche war kaputt und musste erst repariert werden) und startklar
waren, war es auch schon wieder 11 Uhr. Heute stand eigentlich nur Autofahren
auf dem Programm, am Abend wollten wir in Amarillo sein. Unser erster Stopp war
noch in Wichitas Falls, der Wichitas Wasserfall, der sich im Lucy Park befand.
Wir hatten bereits im Internet gelesen, dass es nicht so einfach sei diesen zu
finden, obwohl man bereits vom Highway einen Blick auf den Wasserfall erhaschen
konnte. Wir dachten, dass sich die Leute vielleicht einfach etwas doof
anstellen, denn im Park gab es ja auch Wegweiser, wenn auch nur ganz wenige.
Wir liefen also durch den schön angelegten Park (es gab einen Spielplatz, einen
Pool und die Möglichkeit Frisbeegolf zu spielen) und überquerten die
Hängebrücke, die wir von den Bildern auf TripAdvisor wiedererkannten. Auf der
anderen Seite war ein Parkplatz und der Highway, sah also alles ganz gut aus.
Wir liefen also gut 1 km den Highway entlang und wurden zunehmend skeptisch, ob
wir wirklich richtig waren. War sahen die Touristeninformation und wussten, wir
waren falsch und drehten um. Also ging es den kompletten Weg wieder zurück und
im Park wieder angekommen, liefen wir in die andere Richtung mit der Hoffnung,
dem Wasserfall näher zu kommen. Wir wurden mit jedem Meter den wir zurücklegten
skeptischer, ob wir überhaupt richtig waren. Wir hielten einen Jogger an,
dieser war sich zwar nicht ganz sicher, glaubte aber wir würden in die richtige
Richtung laufen. Kurze Zeit später zeigte ein Wegweiser jedoch genau das
Gegenteil an, wir waren genervt und total verunsichert. Ein spazierengehendes
Pärchen versicherte uns aber, wenn wir dem Weg weiter folgen würden, würden wir
den Wasserfall auch sehen. Und tatsächlich, nach gut 10 weiteren Minuten
standen wir vor dem 4-stufigen Wasserfall, der natürlich nicht so beeindruckend
wie die Niagarafälle ist, aber doch ziemlich schön. Wir machten ein paar
Bilder und liefen dann wieder zurück zum Auto und begannen unsere Fahrt in
Richtung Childress. (Wer den Wasserfall sehen will sollte das Auto am ersten
Parkplatz auf der linken Seite parken, auf die andere Seite gehen und den Trail
etlang des Flusses in Richtung Ausgang komplett entlang laufen).
Childress sehr klein und
hat bis auf wenige Fastfoodtempel und Motels nur wenig zu bieten. Wir fuhren
nach einer kleinen Stärkung und Tanken weiter in Richtung Shamrock, wo wir dann
auf die I-40, auch bekannt als Historical Route 66, weiter in Richtung Amarillo
fuhren. Von dem historischen Flair hat man leider eigentlich gar nichts
mitbekommen und die Straße fuhr sich wie jeder anderer Highway auch, den 20
minütigen Umweg kann man sich daher getrost sparen.
Amarillo selbst versprühte nur
wenig Schwarm. Die Stadt bestand aus einer Ansammlung an Hotels, Restaurants
und Tankstellen und überzeugte uns daher nicht wirklich. Wir hatten unser Motel
bereits gestern gebucht, da es zwar hier viele günstige Angebote gab, diese
jedoch richtig mies bewertet wurden und wir daher beschlossen hatten, ein paar
Euros mehr zu investieren. Unser Motel, das Baymont Inn & Suites, machte
soweit einen guten Eindruck, einzig der Fahrstuhl fehlte, was bei unserer
stetig steigenden Anzahl von Plastiktüten etwas mühselig war. In der Lobby gab
es kostenlos Popcorn, Limonade und frischgebackene Kekse, was will man mehr.
Spätestens da hatte mich das Hotel auf seine Seite gezogen. Unser Zimmer ist
aber auch ganz nett, nur das Bett scheint mit einem Stockmaß von bestimmt 1,20
m etwas hoch zu sein. Da wir erst bei Sonnenuntergang angekommen sind, musste
die Fahrt zur Cadillac Ranch auf Morgen verschoben werden und so beschlossen wir
jedoch schon einmal die Spraydose im nahegelegenen Walmart zu kaufen. Unser
nächstes Ziel war die Big Texan Steak Ranch, ein Restaurant was für sein 72 oz
(2,2 kg) großes Steak bekannt ist, welches man kostenlos bekommt, sofern man
dies und diverse Beilagen innerhalb von 60 Minuten aß. Nach viel Genuss klingt
das natürlich nicht, aber es gibt immer wieder welche, die es trotzdem
probieren. Wer es nicht schafft, muss gut 100$ bezahlen. Wir hatten schon vor
Wochen die Karte im Internet studiert und entschlossen uns für kleinere
Portionen. Andreas hatte das 21 oz Steak und ich aß sowieso viel lieber
Geflügel. Das Essen war gut, wenn auch nicht spitzenmäßig. Neben dem Restaurant
(geschmückt in der wohl kitschigsten Weihnachtsdekoration) gab es auch eine
Bar, einen Souvenirladen und eine Shooting Range, bei der man auf Platten
schießen musste und sich dann die jeweilige Figur bewegte. Ich machte mit
angeschalteten Blitz ein Bild und plötzlich gingen alle Figuren auf einmal los,
ich hab mich ganz schön erschreckt während Andreas noch gut 3-4 weitere Bilder
machte, weil er es einfach zu lustig fand. Den restlichen Abend verbrachten wir
im Hotelzimmer. Während Andreas American Football schaute stöberte ich im
Internet nach weiteren Reisetipps für Texas und unseren nächsten Zielen.
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