Am Samstagmorgen wiederholte sich
das Drama vom Abend mit Sam. Er sollte bestrafft werden und bekam Hausarrest,
X-Box, Handy- und Computerverbot und verlor seine Reise nach Philly zum
Footballspiel der Eagles, die bereits morgen stattfinden sollte. Diese
umfassende Bestrafung fand er natürlich nicht so toll und es begann bereits am
frühen Morgen eine laute Diskussion. Da Karen die Bestrafung nicht
ausgesprochen hatte, wollte Sie diese auch nicht wieder zurücknehmen. Am Ende
waren beide in ihren Zimmer und wir aßen unser Frühstück alleine.
Für uns standen neben ganz viel
nichts tun auch die ersten Vorbereitungen für unseren Flug am Montag an. Da uns
eine Billigairline nach New Orleans fliegt mussten unsere Koffer (die wir
bezahlen mussten) mit 18 kg doch recht leicht befüllt werden und auch ein
Handgepäckskoffer war nur mit vorheriger Bezahlung erlaubt. So maßen wir also
unsere Rücksäcke aus, ob diese auch den strengen Regeln des kostenfreien
personal Item entsprachen – dies war natürlich nicht der Fall. Die Koffer, gepackt mit den meisten Klamotten jedoch ohne Badezimmerartikel waren bereits jetzt deutlich über die erlaubten 18 kg, na toll. Uns blieb also nichts anderes übrig, als auch noch ein Handgepäckskoffer, der zwar größen, jedoch nicht gewichtsbeschränkt war, dazu zu buchen.
Mit diesen neuen Möglichkeiten machten wir uns dann auf zum Walmart.
Wir lieben Walmart, da gibt es einfach die coolsten Sachen zu kleinen Preisen. Klar, die Qualität ist nicht berauschend, aber es muss ja nur bis zum nächsten Urlaub halten. Eigentlich findet man immer etwas und wenn es nur eine Tüte Chips ist, die hier 1,50 $ billiger ist. Heute stellte sich das aber irgendwie schwierig heraus, denn trotz zu gebuchten Handgepäckskoffer, hatten wir ja trotzdem schon viel Zeug, welches wir mit ins Flugzeug nehmen mussten, so machte das Shoppen eher weniger Spaß.
Ich fand ein cooles T-Shirt mit Cape für meinen Neffen und einen Rock der reduziert war. Bei 3$ konnte man einfach nicht dran vorbei laufen. An der Kasse stellte sich dann heraus, dass dieser scheinbar noch einmal reduziert war und ich lediglich 1$ bezahlen musste, echt krass. Vorm Eingang verteilten sie kostenlose Hotdogs und Kuchen, erst wollten wir uns dort einen holen, waren doch aber etwas zu beschämt, da die meisten Leute die einen bekommen hatten auch aussahen, als ob sie sich diesen sonst so kaum leisten könnten. Auch der kurze Stopp bei Marschals (TK-Maxx ähnlich) brachte keinen Shoppingerfolg und so verbrachten wir den restlichen Nachmittag mit Hank vorm Fernseher. Es kam American Football. Besser gesagt die Collegemannschaften spielten. Wir verfolgten das Spiel der Pittsburgh Panthers, die auch im berühmten Heinz Field spielen, wenn sie nicht gerade auswärts spielten, wie dies heute der Fall war. Das Spiel war total spannend und erst in letzter Sekunde (6 Sekunden vor Schluss) drehte Pittsburgh das Ergebnis und gewann nach einem Hammer Fieldgoal mit einem Punkt Vorsprung. Zu Abend aßen wir bei einem Mexikaner in Mt. Lebo. Wir hatten noch nie so geiles mexikanisches Essen. Es hat richtig gut geschmeckt, besonders die Dips. Als Highlight wurde die Guacamole direkt am Tisch zubereitet und schmeckte natürlich auch richtig klasse. Schade, dass wir solch einen Mexikaner zu Hause noch nicht gefunden haben. Wir waren komplett voll gefressen und rollten quasi wieder nach Hause. Auf dem Rückweg musste ich den Mini-Van fahren, da meine Gasteltern etwas getrunken hatten und sie wissen, dass ich es hasse wenn Leute Auto fahren und trinken (und dabei kommt es weder auf die Sorte Alkohol noch die Maße an). So fuhr ich also zurück und übersah glatt 3 Meter nach „Abfahrt“ die erste rote Ampel. Irgendwie war ich noch ein wenig im „Ausparkmodus“ und hatte die nicht richtig gesehen bzw. die Entfernung falsch eingeschätzt (die Ampeln hängen in Amerika über der Kreuzung und nicht vor dieser wie bei uns). Es war zum Glück keine große Kreuzung noch waren viele Autos unterwegs. War also alles halb so wild.
Den restlichen Abend schauten wir
noch einen Film, the lucky one, und gingen dann mal wieder erst gegen Mitternacht
ins Bett, obwohl mir auch da schon wieder regelmäßig die Augen zugefallen sind.
Heute wurde ich bereits um 6:30 Uhr
wach, da vor unserer Zimmertür ständig Fußstapfen zuhören waren und irgendwie
mehrere Leute schon wach waren. Ich stand also auf, mit wager Vorahnung, und
sah Jack, Sam und Hank hektisch ihre Taschen packen und sich anziehend,
scheinbar machten sich die 3 jetzt doch auf dem Weg in Richtung Philly. Warum
Hank das nicht bereits gestern Abend, wo er es laut Karen bereits entschieden
hatte, erzählt hatte, ist mir ehrlich gesagt noch etwas unklar. Wäre so ja auch
viel, viel angenehmer gewesen. Da die 3 erst am Montagabend zurück waren, stand
ich natürlich auf und verabschiedete mich von ihnen. Danach ging es zurück ins
Bett und wir schliefen noch weiter bis 11:30 Uhr. Auch den restlichen Tag
gingen wir es eher gemütlich an. Zum Frühstück gab es Ice-Cream für mich und
Kelloggs für Andreas und dann machten wir Pläne für den Nachmittag. Wir wollten
in Garnegie Science Center, dass in Downtown Pittsburgh ist, und ich trotz
bereits mehrfachen Besuchen noch immer gerne anschaute. Leider stellte sich
heraus, dass die heute nicht geöffnet hatten, da die Steelers (American
Football) heute ein Heimspiel hatten und wegen des großen Verkehrsaufkommen,
schließen sie immer an Heimspielen (liegt direkt neben dem Stadion). Unsere Laune
war natürlich in Keller. Ich beschloss mit meiner Gastmutter, Kira und einer
Freundin einen weiteren Film zu schauen und Andreas schmollte derweil im Zimmer
und versuchte einen Livestream für Football zu finden, vergeblich. Danach
gingen wir mit Kira und ihrer Freundin etwas shoppen.
Obwohl wir eigentlich schon ein
großes Gepäckproblem hatten, kauften wir trotzdem diverse Steelers-Fan-Artikel,
wird schon irgendwie passen.
Zum Abschluss aßen wir in der
Cheesecake Factory in Pittsburgh. Wir lieben diesen Laden. Das Essen ist gut,
es gibt eine große Auswahl und der Kuchen ist einfach nur extrem lecker.
Andreas hatte mal wieder das gleiche wie immer (Bang Bang Chicken and Shrimps)
und ich aß Pasta Alfredo mit Hähnchenfleisch. Das Essen war wie immer richtig
gut und viel zu viel. Den bestellten Kuchen konnten wir daher nicht direkt als
Nachtisch essen, sondern nehmen diesen morgen mit auf Reisen.
Wieder zuhause angekommen, musste
noch die letzte Wäsche gewaschen werden bzw. in den Trockner und dann fing auch
schon das große Chaos an. Es war inzwischen schon Mitternacht und Karen, Kira
und Esther waren bereits zu Bett gegangen. Das Haus ist leider extrem hellhörig
und der Holzboden knarrt bei kleinster Berührung. Wir wollten niemanden mehr
stören, deswegen versuchten wir auf Zehnspitzen unsere Sachen zu packen. Es
stellte sich raus, dass wir doch mehr Zeug hatten als gedacht. Den einen Koffer
hatten wir bereits vor einigen Tagen gepackt und packten heute Abend noch den
anderen Koffer (jedenfalls bis er ca. 35 von 40 Pfund) hatte und unser
Handgepäckskoffer. Danach waren wir einfach zu müde und es ging ins Bett.
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