Heute kamen wir, entgegen unsere Natur,
doch recht früh aus dem Bett, sodass wir bereits um kurz nach acht in Richtung
Cadillac Ranch aufbrechen konnten. Rund 20 Minuten später waren wir auch schon
da. Inmitten eines gerodeten Maisfeldes standen sie. Etwa 10 Bunt angesprühte
Cadillacs. (Sie sind das Ergebnis eines Kunstprojektes von Künstlern aus San
Francisco.) Nun konnten wir es auch gar nicht mehr abwarten und mussten uns mit
der gestern im Walmart gekauften Spraydose verewigen. Rund um die Cadillacs lagen auch noch weitere
Spraydosen umher, sodass sogar noch etwas mehr Farbe ins Spiel kam. Etwa eine
halbe Stunde hielten wir uns dort auf, dann waren alle Ideen umgesetzt und alle
Fotos geschossen. Da es heute das erste Mal richtig kalt war reichte dies aber
auch aus. Der Wind war eiskalt und Windgeschützt war es auf dem offenen Feld
natürlich auch gar nicht.
Nun sollte es aber schnell Richtung Palo Duro State
Park gehen. Aber daraus wurde leider noch nichts. Grund dafür war Old Navy. Ein
laden der bereits in der Woche von Black Friday sein komplettes Sortiment um
40% reduziert hat. So durfte ich rund eine Stunde den Einkaufsberater spielen
und Catrin war im Shoppingrausch. Ich muss aber zugeben, dass die Preise, insbesondere
im Sale, wirklich unschlagbar waren.
Um etwa halb elf konnten wir nun um
einige Hosen und Oberteile bereichert endlich in Richtung Canyon aufbrechen.
Eine knappe Stunde später war der Eingang zum State Park erreicht. Schnell 5$
pro Person bezahlt und wir konnten einfahren. Am Anfang befand sich direkt das
Besucherzentrum und ein Overlook. Es war schon ein faszinierendes Bild.
Immerhin ist der Canyon der zweitgrößte der USA nach dem Grand Canyon. Es
führte dann eine Straße in den Canyon selbst und man konnte eine kleine
Rundfahrt machen. Von der Straße gingen immer wieder kleinere oder größere
Trails ab. Der bekannteste führt wohl zu einem Leuchtturm, welcher auch als
Wahrzeichen des Parks gilt. Leider muss man für den Weg hin und wieder zurück
etwa drei Stunden einplanen, sodass wir uns aus Zeitgründen mit zwei bis drei
kleineren Trails begnügten. Aber auch hier konnte man schon einen Eindruck über
die hiesige Natur gewinnen. Es fiel auf, dass fast niemand außer uns im Park
unterwegs war. So konnte man aber zumindest ungestört die Natur genießen. Im
Sommer werden hier auch Touren mit einem Jeep oder Pferden angeboten wohin
gegen jahreszeitunabhängig unzählige Trails für Mountenbikefahrern geschaffen
wurden.
Nach dem Palo Duro State Park stand
heute noch ein weiterer State Park auf dem Programm. Es war der Caprock Canyons
State Park & Trailway. So machten wir uns also auf den Weg. Die etwa 2 Stündige
Fahrt war nicht allzu spannend. Viele Baumwollfelder, ansonsten viel fast
unbewohnte Gegend.
Der Caprock Canyons State Park ist
für seine Bisons bekannt. Wir fuhren also erwartungsvoll ein der Park ein. Und
auch gleich zu Beginn konnten wir einen Blick auf einige Bisons erhaschen, die
friedlich auf einer Wiese grasten. Sie waren etwa 100 Meter entfernt. Aber das
war doch schon einmal gar nicht schlecht. Mal schauen was uns noch so erwartet
dachten wir. Es folgte ein kurzer Besuch im Visitor Center, wo wir bezahlen
mussten und ein Map erhielten. Dann machten wir uns auf in den Park. Es ging
vorbei an einem kleinen See und an diversen Campgrounds. Ansonsten entsprach
die Natur weitestgehend der im Palo Duro State Park. Wir fuhren also einmal bis
an das Ende des Parks. Es war wirklich schön. Was leider fehlte waren die
Bisons. Nur eine Horde Präriehunde entzückte uns. Sie spielten und flitzen
überall entlang. Ziemlich cool. Trotzdem waren wir etwas enttäuscht als auch
auf der Rückfahrt bis etwa zur Hälfte des Parks keine Bisons mehr zu sehen
waren, nur deren Fußabdrücke und andere Hinterlassenschaften. Aber es unterhielten uns andere. So stießen wir auf Road Runner. Diese
rennen tatsächlich, ähnlich wie bei Loony Tunes die Straße entlang. Sieht
irgendwie lustig aus. Also man könnte sagen wir wurden gut unterhalten. Doch die
Bisons fehlten nach wie vor. Hinter einer Kurve dann auf einmal waren sie doch
noch da. Eine ganze Horde Bisons. Ganz nah standen sie da. Sie querten die
Straße und waren am Fressen und tranken aus einem Trog. Wir stiegen sogar aus
um ein paar Bilder mit ihnen zu machen. Natürlich nicht zu nah. Es sind halt
doch große Tiere mit denen man sich nicht so gerne anlegt. Catrin war dabei
natürlich sehr schreckhaft. Sie hatte in einem Heft gelesen, dass man flüchten
soll wenn sie den Schwanz heben. Als dies bei einem Tier geschah überschlug sie
sich fast um wieder ins sichere Auto zu kommen. Dabei wollte das Bison nur Kacken.
Also alles halb so schlimm. So hielten wir uns dann doch noch eine Weile bei
den Tieren auf. Es war schon ziemlich cool. Auch ein paar hundert Meter später
kreuzten noch andere Bisons die Straße, bevor wir den Park wieder verließen.
Alles in allem ist dieser Park wegen seiner Tiere für uns noch einmal eine
ganze Ecke interessanter als der Palo Duro. Wir machten uns anschließend auf
nach Lubbock. Wir brauchten noch einmal etwa zwei Stunden bis wir unser nächstes
Etappenziel erreichten. Als wir angekommen fielen wir nach dem Essen erschöpft
ins Bett.
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