Wir haben himmlisch geschlafen und
das Frühstück war einfach nur toll. Es gab Waffeln in 3 Geschmacksrichtungen,
Streusel, 3 verschiedene Arten an Sirup, Sahne, Obst, Haferflocken, Eier
Würstchen, Bacon, Joghurt, verschiedene Säfte und Heißgetränke. Kurzum, es war
eine größere Auswahl als wir die letzten Tage hatten und es hat vor allem alles
gut geschmeckt. Wir haben uns diese Nacht einfach ein wenig verwöhnen lassen
und dabei war das Hotel nicht einmal teurer als so manche Absteige im Westen
von Texas. Nachdem wir ausgiebig gefrühstückt hatten, sowie Tüten und Koffer
wieder verstaut waren ging es weiter in Richtung Downtown. Wir mussten allerdings
noch einmal kurz einen Umweg zu einer Mall fahren, da wir noch immer im Besitz
von unzähligen kanadischen Dollars waren und diese jetzt endlich mal in USD
umwandeln wollten. Ich hatte Glück, ausgerechnet die einzige Mall die Geld
wechselt, hatte auch eine Cheesecake Factory. Daran konnte ich einfach nicht
vorbei gehen und wir bestellten einen Schokoladenmousse-Cheesecake to-go, für
schlappe 8,50 €, auch wenn das natürlich teuer ist, der Kuchen schmeckt hier
einfach himmlisch.
Nun ging es endlich Richtung Downtown
Austin, genauer gesagt zum Texas State Capitol. Parken war wie in den Städten
zuvor absolut kein Problem. Direkt beim Capitol befand sich ein Parkhaus, was
für die ersten 2 Stunden kostenlos war und danach so 2-3 $ die Stunde kosten
sollte. Wir hatten sogar Glück, denn heute war das Parkhaus ausnahmsweise
komplett kostenlos.
Wir liefen also als nächstes bei
bestem Wetter zum Regierungsgebäude, welches genau wie das in Washington DC ein
wunderschönes Gebäude ist und mit dem Park vorweg auf alle Fälle einen Besuch
wert ist. Wir gingen zunächst rein und machten eine Self-Guided Tour durch die
Hallen, da die geführte Tour einfach langweilig zu sein schien (die halten an
fast jedem Gemälde an und erklären was man darauf sieht). Wir hatten erst vor
kurzem dem Reichstag in Berlin besucht, dagegen stinkt dieses Gebäude dagegen
komplett ab. Der Senatssaal war total in die Jahre gekommen und die Besucherplätze
waren sehr unbequem. Auch wenn es interessant war dieses vom nahem zu sehen, so
waren wir nur minder beeindruckt. Leider war der 2. Sitzungssaal für die
Öffentlichkeit wegen Renovierungsarbeiten nicht zugänglich.
Als nächstes
schlenderten wir ein wenig durch den Park, machten Bilder und schauten uns die
unzähligen Monumente an bevor wir dann zurück zum Auto gingen um die Karte und
einen Rucksack mit Verpflegung mitzunehmen.
Als erstes wollten wir zum Visitor Center,
dies lag gut einen Kilometer von unserem Parkplatz entfernt, um dort noch
letzte Fragen geklärt zu bekommen (Gibt es noch Fledermäuse? Gibt es morgen
eine Parade? ). Auf dem Weg dorthin bekamen wir 2 Polizisten auf Pferden zu
Gesicht und wenig später noch einmal welche auf dem Fahrrad, die sich angeregt
mit uns unterhielten. Das machte natürlich Eindruck und die Stadt, die schon
bei der Fahrt in die Stadt anfing uns zu begeistern, gefiel uns immer mehr. Am
Besuchercentrum bekamen wir die für uns notwendigen Informationen (keine
Fledermäuse, keine Parade) und wir liefen weiter ans Wasser.
Als nächstes stand
eine Kayaktour auf dem Programm. Bis vor 2 Tagen wussten wir zwar nicht einmal,
dass in Austin ein Fluss ist, aber das sollte uns nicht von der Tour abhalten.
Wir gingen also runter zum Pier und mieteten uns jeweils ein Kayak für eine
Stunde. Gesagt getan und keine 30 Minuten später versuchten wir unsere Boote zu
besteigen – leichter gesagt als getan.
Andreas hat sein Glück zuerst
versucht und saß gut 1 cm über der Wasseroberfläche in seinem Kayak, das
irgendwie drohte bei der kleinsten Bewegung unterzugehen. Die Vermieterin war
so freundlich und gab ihm daraufhin ein etwas größeres Boot, welches ich auch
ohne vorheriges Ausprobieren des kleineren auch haben wollte. So saßen wir nun
in unseren Kayaks und paddelten los, den Fluss entlang und immer in Sichtweite
die Skyline von Austin. Es war ein toller Anblick und das Ganze hat richtig
viel Spaß gemacht. Die Sonne schien und mit den 23 °C war es auch nicht zu kalt
um in kurzer Hose auf dem Wasser zu sein, welches auch sehr angenehm warm/kalt
war. Die Stunde ging natürlich viel zu schnell rum, aber es war ein Erlebnis
was wir jederzeit noch einmal wiederholen würden.
Die restliche Zeit verbrachten wir
in der 6th Street, die Partymeile der Stadt in der sich um diese Uhrzeit jedoch
noch nicht ganz so viele Leute verirrten, zumal morgen ja auch ein Feiertag
ist. Wir beschlossen uns noch einen Donut bei Vodoo Doughnut zu genehmigen und
waren überrascht wie lecker es dort war und das selbst in einem solchen Laden
eine kleine Bühne aufgebaut ist, die wir schon in diversen anderen Lokalen –
meist Bars, aber auch Restaurants und das Visitor Center, gesehen hatten und
wohl für die bekannten Live-Auftritte gedacht waren.
Nachdem wir alles gesehen
hatten, was für uns interessant war, ging es weiter in Richtung unserer
Unterkunft. Wir hatten uns bei Jeff, einem amerikanischen Studenten eingemietet
und bevor wir in seiner Wohnung auftauchten, fuhren wir noch ein letztes Mal einkaufen,
da wir nach so langer Zeit mal wieder etwas Obst und vor allem Gemüse auf dem Teller
sehen wollten und deswegen heute mal selber kochten. Der Supermarkt, Fiesta,
war riesig und sehr skurril bzw. war vermutlich auf seine lateinamerikanischen
Kunden spezialisiert und hatte unzählige Obstsorten, die wir noch nie im Leben
gesehen hatten oder gar wissen, wie man diese essen sollte (oder weiß jemand
zufällig wie man einen Kaktus isst?). Wir gingen daher durch jeden einzelnen
Gang und kauften ein paar Kleinigkeiten und unser Abendbrot ein, bis es dann 10
Minuten später zu Jeff ging.
Jeff ist nett, die Wohnung macht einen sauberen
und gepflegten Eindruck und unser Bett ist mal wieder riesig – läuft also alles.
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