Donnerstag, 10. November 2016

3. Tag 09.11.2016 Pittsburgh


Heute war schon wieder eine etwas unruhige Nacht. Wir waren mehrfach wach und checkten die Wahlergebnisse. Bereits um 1 Uhr  war der Sieg von Trump ziemlich sicher und um 3 Uhr gab es dann gar keine  Zweifel mehr, die erforderlichen 270 Wahlmänner hatte er längst überschritten. Die Prognose von Hank, dass Pennsylvania ihm die Wahl kosten würde bewahrheitete sich nicht, ganz im Gegenteil sogar.  Ich denke nur die Zukunft wird zeigen, welche Auswirkungen dies hat. So war zwar die Stimmung am Morgen leicht angespannt, jedoch konnte Hank dem Ganzen etwas Gutes abgewinnen, eine Veränderung muss ja nicht zwangsläufig schlecht sein.

Für uns stand heute Shopping auf dem Programm und so fuhren wir mit Esther zum Supermarkt. Ich liebe es in anderen Ländern in den Supermarkt zu gehen und die unterschiedlichen Produkte zu kaufen. In Amerika war ich natürlich schon unzählige Male und habe schon längst liebgewonnene



Produkte, die ich bei jedem Besuch wieder kaufe. Am heutigen Tage war es eine Packung Dove Schokolade, eine Packung Kelloggs, meine geliebten Joghurts mit M&Ms, Moose Track Ice-Cream und eigentlich noch Pretzel Dogs, die gab es jedoch zu meinem Bedauern nicht. Auch die geliebten Chips von Andreas waren nicht da (waren sie aber auch noch nie, da die Sorte eher im Süden des Landes verkauft wird). Nach unserem Streifzug durch den Supermarkt brachte Esther uns zur nahegelegenen Mall und wir gingen auch hier ein wenig shoppen. Eigentlich mag ich die South Hills Mall nicht so gerne, da die Auswahl an Läden eher schlecht ist, aber das kam uns heute ganz gelegen. Unser Problem ist es nach wie vor, dass wir in ein paar Tagen nach New Orleans fliegen und die Fluggesellschaft sehr strenge Regeln hat, was die Anzahl und das Gewicht der Koffer angeht. Wir müssen uns also etwas zügeln und können erst nächste Woche so richtig shoppen gehen. Auch diese Mall, war wie die andere gestern auch, schon komplett weihnachtlich geschmückt und es gab sogar schon einen Weihnachtsmann, mit dem man sich fotografieren lassen konnte. Bei Target gab es bereits eine riesige Abteilung mit Weihnachtsdeko. Es fiel mir schon etwas schwer nicht gründlich diese Abteilungen zu durchforsten, denn ich liebe diesen „Krempel“ einfach, aber ich musste einfach Vernünftig bleiben. Ich kaufte mir jedoch eine neue Übergangsjacke und jeder von uns besorgte sich eine Powerbank (bei 1,50 $ mussten wir einfach zugreifen).  Wir schlenderten noch ein wenig durch die Läden, suchten uns Dinge aus die wir dann in Texas kaufen wollten und machten uns dann weiter zu Fuß in Richtung TGI Fridays.







Das Amerika das Land der Autofahrer ist, wird einem spätestens dann bewusst, wenn man mal zur Abwechslung nicht das Auto nimmt. Zwar gibt es Fußgängerampeln und Übergänge, jedoch führen diese oft ins Nichts oder sind mitten im Beet. So war die Ampelanlage der Fußgänger inmitten eines Beetes aufgebaut und man musste dort auf dem Bordstein warten. Der eigentlich dazugehörige Fußweg endete bereits 50 m zuvor.
Lunch bei TGI war lecker und wir wurden direkt bei Bestellung gefragt, wie wir das Wahlergebnis fanden. Zwar hat Pennsylvania für Trump gestimmt, jedoch befanden wir uns in einen der wenigen Landkreise, wo dies eben nicht der Fall war. Unser Essen (ich hatte ein Chicken Sandwich und Andreas Chicken Pasta) war sehr lecker und da es der Mittagstisch war auch ziemlich preiswert. Die Erdbeer Limonade als Slush kann ich nur empfehlen, die ist voll toll.


Nach dieser Stärkung bummelten wir noch durch diverse andere Läden, kauften die Weihnachtsgeschenke für die Kinder und die letzten Artikel für den Adventskalender, den ich denen machen wollte und gingen dann wieder nach Hause. Den Weg hatten wir komplett unterschätzt. Ich bin diesen natürlich noch nie zu Fuß gelaufen und hatte mit weniger Strecke gerechnet. Es war dann doch ein gut 45 Minuten langer Spaziergang. Die Bewegung hat uns natürlich nicht geschadet und man konnte so auch ein wenig die Nachbarschaft anschauen und die schöne Natur genießen. Die Bäume waren alle schon gefärbt, es flitzten überall Eichhörnchen auf die Bäume und wir endeckten sogar einen ziemlich großen Falken, der vor unseren Augen auf einen Baumstumpf flog. So schön das natürlich war, so froh waren wir auch wieder zuhause zu sein.


Zuhause haben wir dann endlich Karen (meine Gastmutter) getroffen, die erst mitten in der Nacht nach Hause gekommen ist und deswegen ausschlafen durfte. Es war einfach nur toll und wir konnten endlich mal wieder lange quatschen, was man ja so am Telefon nicht macht.
Den restlichen Nachmittag verbrachten wir damit, den Adventskalender der Kinder

fertigzubekommen. Es mussten noch unzählige Pakete eingepackt werden und die extra gekauften Tüten etwas aufgehübscht werden. Das war alles sehr zeitintensiv, aber ich denke das Ergebnis ist ganz okay.

Zum Abendbrot gab es selbstgemachte Tacos und ein Ladegerät-Drama. In der Hauptrolle war Sam (16 Jahre alt und mitten in der Pubertät) der sich wohl mal wieder das Ladegerät von Kira genommen hatte ohne zu fragen und auf die Nachfragen seiner Eltern eher respektlos und frech antwortete. Die darauffolgende Strafe wollte er so nicht akzeptieren und es begann eine etwa 45 minütige Diskussion, abwechselnd mit Hank und Karen, mal laut mal leise. Wir saßen am Tisch und betrachteten dieses Schauspiel. Die Argumente von Sam hinkten natürlich komplett und alles Gebrüll und diskutieren half nichts, er musste sein Handy für den Abend abgeben und sollte dies erst am nächsten Morgen erhalten. Wir entschlossen uns trotzdem die mitgebrachten Gastgeschenke zu verteilen und so bekam jedes Kind die Tafeln Schokolade die sie sich gewünscht hatten, mein Gastvater sein Bier und meine Gastmutter die Flasche Wein. Die gekauften Lindor Kugeln versteckte Hank gleich im Schrank, damit die Kinder diese nicht auf Anhieb sehen würden. Das Haus platzte eh bereits aus allen Nähten, wenn es um Süßigkeiten ging. Da Halloween letzte Woche war und die Kinder so richtig fleißig gesammelt hatten, flogen überall riesige Säcke voll Süßigkeiten rum. Jedes Kind hatte laut Kira etwa 1,5 Kissenbezüge voll. Kiras ausrangierte Köstlichkeiten waren bei uns im Zimmer und wir können diese gerne Essen. Das ist natürlich sehr lieb von Kira, aber das sind gut 3 kg Schokolade – keine Chance, dass die in den nächsten Tagen weg ist.

Nachdem sich der Stress mit Sam gelegt hatte, schauten wir uns gemeinsam einen Film an. Da Andreas und ich alle 5 Minuten eingeschlafen sind, haben wir jedoch nicht sonderlich viel von diesem mitbekommen. Ich bin mir nicht einmal mehr sicher, wie dieser hieß. Ich glaube der Film war aber eigentlich ganz gut.

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