Dienstag, 14. Februar 2017

13.02.2017 Ankunft in Reykjavik


Lang haben wir es nicht in Deutschland ausgehalten. Bereits während unseres letzten Urlaubs waren wir heiß am Diskutieren, was wir im Frühjahr machen wollten. Wie immer konnten wir uns nicht entscheiden ob es eher warm oder kalt, ob Strand-, Abendteuer- oder eine Städtereise werden sollte. Wir entschieden uns nach langen Hin und Her für Island. Bereits letztes Jahr hatten wir eine tolle Zeit, als wir entlang der Ringstraße das Land entdeckten. Island beeindruckt mit seiner wunderschönen Natur und seinen freundlichen Einwohnern.  Im Winter ist es hier gar nicht so kalt wie manch einer glaubt und gerade in der dunklen Jahreszeit lässt sich hier ein weiteres Naturspektakel beobachten – Nordlichter/Polarlichter, der eigentliche Grund, der uns die Entscheidung recht leicht machte.
Da Nebensaison auf Island ist, flogen nur wenige Airlines direkt aus Deutschland dorthin. Wir buchten also recht spontan bei WOW-Air, einer isländischen Billigairline, 2 Flüge von Berlin und entschlossen den Tag vorher bei Freunden von Andreas zu übernachten.
Da wir Island bereits kannten, wussten wir auch worauf wir beim Planen achten mussten. Wir bestellten uns eine GoPro für bewegte Bilder und deckten uns bereits vor Abflug mit den wichtigsten Lebensmitteln ein (Brot, Wurst, Käse, Nutella etc.). Da wir nur einen Koffer hatten war die Wahl der Kleidung relativ schnell erledigt. Getreu dem Motto: „Weniger ist mehr“ wurde über jedes T-Shirt, Pulli und Hose zweimal diskutiert, damit wir am Ende auch die erlaubten 20 kg nicht überschritten. Bereits die Lebensmittel und der inzwischen recht stattliche Anteil an Elektronik machten einen Großteil des Gepäcks aus und unsere Rücksäcke, die wir mit ins Flugzeug nehmen wollten, waren kurz davor zu platzen.

Nachdem wir einen schönen Tag/Abend mit seinen Freunden verbracht hatten, ging es für uns heute früh zum Flughafen Schönefeld. Wir waren erstaunt wie schlecht organisiert und ausgeschildert dieser war. Bereits die Anfahrt erwies sich als schwierig, da der laut Internet zugewiesene Terminal D nicht ausgeschildert wurde und als wir ihn dann fußläufig erreicht hatten, war dieser dann plötzlich gar nicht mehr für unsere Abfertigung zuständig. Zurück ging es wieder zum Terminal A, wo wir bereits vorm einchecken durch die erste Security mussten. Unsere Befürchtungen, dass unser Koffer zu schwer sei oder unsere Rucksäcke zu groß sind, waren unbegründet. Der Koffer hatte noch gut 1 kg Platz (leider durften wir aber nichts dazu tun, da wir sonst zurück zur Security müssten) und unsere Rücksäcke wurden als großes Handgepäck mit einem Band markiert (obwohl wir dieses gar nicht gebucht noch bezahlt hatten). An der 2. Security verlief es dann leider nicht mehr ganz so glatt. Da wir Angst hatten, dass unser Koffer zu schwer sei, hatten wir fast alle Lebensmittel ins Handgepäck gepackt – ein Fehler wie sich dort rausstellte. Scheinbar nahm man das Wort „Flüssigkeit“ nicht allzu wörtlich und so mussten wir Tomatenmark, Remoulade und unser geliebtes Nutella abgeben. So richtig verstanden haben wir dies bis jetzt noch nicht, aber wir haben es stumm akzeptiert. Zu unserem Bedauern viel uns dann auch ein, dass die zuvor gekaufte Wurst und der Käse noch um Kühlschrank lagen – wir waren fürs erste bedient.
Der Wartebereich hatte außer einem Duty Free Shop, wo wir uns noch schnell 2 Flaschen Wasser kauften, nichts- nicht einmal Sitzgelegenheiten. Da wir gelegentlich auch von Bremen, eigentlich ein noch viel kleinerer Flughafen abflogen und selbst dort ein besser ausgestatteter Wartebereich existiert, waren wir von der sporadischen Einrichtung eines Flughafens unserer Hauptstadt doch eher irritiert.

Das Flugzeug war super modern, sauber und hatte für die Passagiere genug Platz gelassen. Man konnte die Armlehnen ganz nach oben klappen und es gab sogar USB-Anschlüsse. Der Flug war sehr voll und es gab nur sehr wenig freie Plätze. Das Glück war aber auf unserer Seite und so blieb der Sitz neben uns frei. So vergingen auch die 3,5 Stunden wie im Flug.
In Keflavik angekommen, steuerten wir zunächst die Autovermietung an, deren erstes Auto neben dem fast komplett kaputten Seitenspiegel auch im Innenraum mit Schimmelflecken glänzte. Wir bekamen ein kostenloses Upgrade (was wir eigentlich gar nicht wollten, da uns die Größe völlig ausreichte) und standen nun vor einem Renault Megan. Ein etwas älteres Modell mit deutlich mehr Schrammen als angegeben und einen etwas beißenden Benzingeruch im Innenraum. Wir hatten aber keine Lust erneut dies zu beanstanden, machten Fotos von den zusätzlichen Schäden und verließen den Flughafen in Richtung Reykjavik, wo wir gestern Nacht noch spontan eine Unterkunft gebucht hatten. Diese zu finden erwies sich als schwieriger als erwartet. Die Unterkunft, ein Hotel/Motel in der Nähe vom Hafen, hatten in seiner Anzeige leider vergessen seinen Namen zu nennen und auch die Hausnummer kannte das Navi nicht. Erschwerend kam hinzu, dass der Betreiber auch am Haus selbst beides nicht aufführte und wir die Straße auf und abfuhren, bis wir dies etwas schäbig dreinblickende Gebäude wiedererkannten. Es war ein in die Jahre gekommenes Hotel/Motel, dass den Scharm der 60er Jahre versprühte, aber trotz seiner etwas antik anmutenden Einrichtung recht sauber war. Das Zimmer ist groß genug und die Betten sind bequem, für mich also eine zufriedenstellende Unterkunft. Andreas sah dies natürlich bekanntermaßen anders, beruhigte sich aber nach anfänglichen Meckertieraden.
Da die versprochene Küche doch nicht existierte entschlossen wir uns bei Dominos Pizza zu holen. Da wir bereits letztes Jahr im selben Laden waren, wussten wir das die täglich Angebote hatten. Wir entschieden uns für das 2 für 1 Angebot inkl. Nutella-Breadsticks und wunderten uns zunächst über den recht hohen Preis (rund 30 Euro – für 1 Pizza + Breadsticks), dachten uns aber zunächst nichts dabei. Zuhause erklärte er sich dann. Meine Pizza, ursprünglich mit nur Schinken und Tomaten bestellt, enthielt all mögliche Zutaten, die ich weder bestellt noch essen mochte, aber scheinbar bezahlt hatte. Zwiebeln, Paprika, Pilze und Salami tummelten sich auf meiner Pizza. Und mal wieder zeigt es sich, dass man die Bestellung lieber im Laden überprüfen sollte.
Auch wenn es nicht ganz das war was ich wollte, hat sie mir geschmeckt und satt gemacht.

Gegen 21 Uhr entschlossen wir uns noch spontan in die Innenstadt zu fahren und uns Reykjavik mal im Dunkeln anzuschauen. Obwohl es Montag ist, war diese recht voll. Besonders in den Bars, Restaurants und Cafés saßen noch einige Menschen und genossen ihren Feierabend. Wir liefen ein wenig die Hauptstraße auf und ab, machten hier und da ein paar Fotos und genossen den abendlichen Spaziergang.





Temperatur: 5°C

Nordlichter: Kein einziges








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