Mittwoch, 15. Februar 2017

14.02.2017 Nordlichterjagt auf Snaefellsnes

Wir schliefen aus und begannen den Morgen ganz entspannt. Wir hatten uns für unseren Urlaub eigentlich nicht viel vorgenommen, außer das Sichten von Nordlichtern und die zeigten sich nur unter bestimmten Bedingungen. Für gestern Nacht waren in ganz Island keine angesagt und so überprüften wir heute früh gleich als erstes, wie die heutigen Chancen stehen würden. Laut dem Forecast sollten die Chancen an der Spitze von Snaefellsnes am größten sein. Somit stand die Planung für heute fest, es musste auf diese langgezogene Landzunge gehen. Letztes Jahr waren wir nur minder beeindruckt und versprachen uns noch, nicht wieder einen Urlaubstag für diese Ecke zu „verschwenden“. Versprechen sind scheinbar zum Brechen da und so buchten wir für die nächste Nacht ein Zimmer in einem Ferienhaus und machten uns auf dem Weg in Richtung Norden.
Das Wetter war heute richtig schlecht, es regnete ununterbrochen und wurde nicht richtig hell. Das wir da überhaupt Nordlichter zu Gesicht bekommen würden, bezweifelten wir stark, versuchen wollten wir es trotzdem. Auf dem Weg nach Snaefellsnes  fuhren wir an einigen Wasserfällen vorbei. Diese hatten zwar keine Namen oder waren unbedingt bekannt, einen Stopp und eine kleine Wanderung wollten wir uns deswegen aber nicht verkneifen. So liefen wir über die Lavasteine zum Wasserfall und bewunderten die schöne Natur. Es ist immer atemberaubend, wenn man zum Ursprung des Falls laufen kann und ganz nah am Abgrund steht und die Geschwindigkeit, mit dem das Wasser über die Klippen getrieben wird, wahrnehmen kann.



Nach diesen unplanmäßigen Stopps ging es weiter in Richtung Landbrotalaug Hot Spring. Bereits letztes Jahr hatten wir ganz vergebens hiernach gesucht, aber einfach die Straße nicht gefunden, die uns zu diesem heißen Pool führen sollte. Dieses Mal stellten wir uns weniger ungeschickt hat und suchten im Internet nach den GPS-Koordinaten, die wir dann in das Navi eingeben konnten. Die kleine Schotterpiste konnte man schnell übersehen und so waren wir recht froh, dass wir dieses Mal Hilfe hatten. Rund 4 km mussten wir der Schotterpiste folgen, bevor es dann auf einen kleinen Parkplatz ging von dem aus man bereits den dampfenden Pool erkannte. Wir entschlossen uns erst einmal die Lage zu checken und machten uns ohne Badekleidung auf den Weg. Der Pool lag ganz idyllisch zwischen einem kleinen Teich, mit den Bergen im Hintergrund. Heißes Wasser kam aus einem Rohr und machte das Wasser ganz warm. Irgendwie lud der Pool einfach zum Baden ein, weswegen wir uns entschlossen schnell unsere Schwimmkleidung überzuziehen (umziehen in der Kälte war echt unangenehm) und für ein paar Minuten einfach die Ruhe und das Panorama genossen. Voller Vorfreude zog Andreas sich aus und stieg in den Pool, sofern man die 2 Schritte so nennen konnte. Schreiend sprang er wieder raus und zog ganz hektisch seine Klamotten wieder an. Das Wasser war heiß, so richtig heiß und lud leider gar nicht zum entspannten Baden ein. Auch die 2-3 anderen getesteten Stellen waren nicht besser und so wurde die Aktion wieder abgebrochen.  Ich versuchte es gar nicht erst. Der Zeh der vielleicht 2 Sekunden das Wasser berührte, tat mir noch 15 Minuten später weh. Jetzt hatten wir so lange auf diesen Tag gewartet und waren dann doch enttäuscht. Wir hatten Bilder gesehen, wo wirklich wer dort gebadet hatte. Entweder waren diese Personen einfach „abgekochter“ oder die Wassertemperatur schwankt von Zeit zu Zeit. Unverrichteter Dinge zogen wir von Dannen und weiter ins 50 km entfernte Etappenziel.
Unser Hotel war ein Komplex mit Feriengebäuden, in dem wir ein Haus mit einer Familie mit 2 Kindern teilen mussten. Auch wenn es einen sauberen Eindruck machte, hielt sich unsere Begeisterung doch eher in Grenzen. Die Familie war laut und irgendwie überall. Auch der vor unserem Fenster stehende Whirlpool konnte bei dieser Wohnsituation unsere Laune nur wenig aufmuntern. Wir entschlossen uns rechtzeitig zu Essen und dann wieder weiterzuziehen, immer in Richtung erhoffter Nordlichter. Laut Vorhersarge seien diese besonders direkt nach Einbruch der Dunkelheit zu bewundern. Nachdem wir den Sonnenuntergang genossen (wirklich wunderschön mit dem Ozean und den Bergen als Panorama) machten wir uns auf den Weg in Richtung Westen ohne wirkliches Ziel. Da es noch viel zu hell war, mussten wir noch etwas ausharren und fuhren die Straßen auf und ab, bis sich die gewünschte Dunkelheit niederlies.
Wir waren nicht die einzigen, die auf Nordlichter hofften und so kamen uns immer wieder andere Autos entgegen. Manche machten es wie wir und fuhren rum, andere suchten sich eine Parkbucht und stellten die Kameras schon bereit. Wir entschlossen uns auch eine Parkgelegenheit zu suchen und warteten mit rund 20 anderen Autos auf das Naturspektakel. Nach rund 3 Stunden Wartezeit tat sich absolut gar nichts. Der Himmel war klar und die Sterne schienen, was auch sehr schön war, aber das grüne Licht der Nordlichter wollte nicht für uns tanzen. Mit einer solch langen Wartezeit hatten wir auch irgendwie nicht gerechnet, sodass wir nichts zur Beschäftigung dabei hatten. Wir verbrachten die Wartezeit mit schlafen, quatschen und ständigem aussteigen und in den Himmel schauen, leider alles erfolglos. Wir hatten leider auch keine Ahnung wie sich die Nordlichter bemerkbar machten. Von einem Grauschleier hatten wir mal etwas gelesen, aber das brachte nicht viel, denn wir interpretierten in jede Farbschattierung genau diesen hinein. Um 23.30 Uhr gaben wir auf. Wir hatten jetzt 5,5 Stunden versucht welche zu entdecken und hatten leider keinen Erfolg. Fürs erste waren wir auf den nüchternen Boden der Tatsachen zurückgekommen. Auch wenn der Himmel klar ist und die Aktivität bei Level 4 (was schon ziemlich hoch ist) liegt, muss das nicht unbedingt heißen, dass man auch wirklich welche sieht. Ein paar Tage haben wir noch, morgen geht die Jagt von Neuem los.


Temperatur: 4-5 °C
Nordlichter: Zero

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