Samstag, 25. Februar 2017

18.02.2017 letzter Tag im Süden von Island und die Blaue Lagune

Heute ist leider auch schon wieder der letzte Tag. Ein letztes Mal gefrühstückt und dann ging es los in Richtung Skogafoss und Seljalandsfoss, die 2 Wasserfälle die entlang der Ringstraße im Süden Islands lagen. Beide hatten wir schon einmal letztes Jahr besucht, aber die sind einfach zu schön um nicht noch einmal dorthin zu fahren. Also ging es los, erst einmal zum Skogafoss, der etwas weiter entfernte Wasserfall vor dem im Sommer ein Campingplatz lag auf dem wir unsere erste Nacht verbracht hatten. Entlang der Ringstraße merkte man heute zum ersten Mal wie viele Touristen doch inzwischen in Island waren. Die Straßen waren trotz Nebensaison brechend voll. Viele der Autos hielten am Wegesrand um Bilder zu machen (besonders isländische Pferde und das Panorama waren beliebt) und die Höchstgeschwindigkeit wurde nur selten erreicht. Wir waren sicherlich letztes Jahr genauso, doch heute mit einem festen Ziel vor Augen und bereits ersten Islanderfahrungen nervte dies ein wenig. Beim Parkplatz angekommen traf uns fast der Schlag. Wir hatten selten so viele Menschen und Autos/Busse (insbesondere auf Island) gesehen. Es tummelten sich hunderte Menschen um den Wasserfall. Wir waren leicht geschockt, so hatten wir doch erwartet das in der Nebensaison eher weniger Menschen hier sind und nicht noch mehr als letztes Jahr. Die Schönheit des Wasserfalls beeinflusste dies natürlich nicht. Ein riesiger Regenbogen rundete das Bild ab. Wir gingen zum Wasserbett und machten einige Bilder und genossen noch einmal die Wassermaßen die da herunter kamen. Den Aufstieg ersparten wir uns, da die Plattform bereits jetzt  förmlich überlief und der Aufstieg ziemlich beschwerlich war.
Nächstes Ziel sollte der Seljalandsfoss sein, ein nicht minder beeindruckender Wasserfall hinter diesen man laufen konnte. Am Parkplatz erwartete uns dasselbe Bild, auch hier gab es kaum noch freie Parklücken. Vom letzten Jahr wussten wir, der Regenponcho ist hier Gold wert, daher wurden die mitgenommen bevor wir am Seljalandsfoss vorbei den Wanderweg entlang liefen. Wir hatten letztes Jahr den etwa 500 m entfernte Wasserfall zwischen einem Felsspalt nicht gesehen, dies wollten wir nachholen. Inzwischen wurde dieser auch ausgeschildert und hatte einen Namen. Im Internet wurde er auch gerne als der Wasserfall ohne Namen bezeichnet, inzwischen kennt man ihn aber auch unter den Namen Gljúfrabúi. Wer dort ist, sollte diesen Wasserfall unbedingt auf seiner Liste haben. Wir waren beeindruckt und Andreas machte sich gleich auf den Weg in Richtung Wasserfall. Ich hingegen entschied mich für trockene Füße und blieb außerhalb der Felsspalten und machte von hier die Bilder. Andreas ging in die Höhle rein und wurde komplett nass, trotz Regenponcho. Trotzdem würde er es beim nächsten Mal wieder machen, da der Blick von innen noch einmal beeindruckender ist als von außen.
Nachdem Andreas quasi volldurchnässt raus kam, ging es zum eigentlichen Wasserfall. Dieser hatte offensichtlich im Winter noch einmal an Wassermaße zugelegt und powerte den Abhang nur so herunter. Es gab eigentlich keinen Ort wo man nicht nass wurde, wenn auch teilweise nur ein wenig. Hinterm Wasserfall war es natürlich besonders beeindruckend und deswegen hielten wir uns hier besonders lange auf. Auf dem Rückweg passierte es dann, der Wind drehte plötzlich und wurde stärker und riesige Wassermassen kamen auf uns zu. Wir waren durchnässt. Unsere Jeanshosen waren pitschenass, die Schuhe, die Socken, die Jacken und leider auch die Pullis drunter. Obwohl wir einen Poncho hatten, hielt der das einfach nicht aus. Wie meine Kamera in ihrer Tasche (die nicht ganz zu war) es schaffte kein Tropfen abzubekommen ist ein Wunder für das ich sehr dankbar war. Komplett nass liefen wir durch die lustig und besorgt dreinblickenden Touristen und zogen uns erst einmal komplett um. Jogginghose und Sneakers waren jetzt unsere Reiseklamotten, sah vielleicht etwas komisch aus, war dafür aber richtig bequem.
Die Fahrt ging weiter bzw. eigentlich zurück in Richtung Seljavallalaug, ein kleiner versteckter Pool. Plötzlich sprang jedoch die Tankanzeige an und Andres schaltete sofort auf Panikmodus um. Die Fahrt zum Pool, dessen genaue Location wir auch nicht wussten, erwies sich als Nervenprobe die Andreas definitiv verlor. Total nervös und aufgebracht fuhr er, in seinen Augen, in die falsche Richtung weg von einer Tankstelle. Kurz bevor wir dann die erhoffte Straße erreicht hatten drehte er um. Na super, schon wieder ging es nicht in diesen Pool. Die Aussicht auf Island mit einem leeren Tank steckenzubleiben waren Andreas zu heikel, ich hätte es riskiert. Aber als Beifahrer hab ich nichts zu melden. Also ging es nun in Richtung Keflavik, ca. 2,5 Stunden entfernt, wo wir unsere letzte Nacht in der Nähe des Flughafens verbringen wollten. Nach etwa 20 Minuten Fahrzeit erreichten wir dann auch die erwünschte Tankstelle und nach einer kleinen Eispause ging es dann weiter zum Urridafoss, ein Wasserfall am Wegesrand der von den meisten Touristen übersehen wird. Im Vergleich zum letzten Mal gab es nun aber Absperrbänder und ausgebaute Wege, eine Veränderung die wir bereits bei einigen anderen Sehenswürdigkeiten bemerkt hatten. Die Infrastruktur nimmt in Island stätig zu und es wird viel für die Touristen gemacht.
Nach ein paar Bildern ging es dann weiter bis zu unserer isländischen Familie, bei der wir über Airbnb ein Zimmer gebucht hatten. Das Ehepaar war super nett und zeigte uns unser Quartier für die kommende Nacht. Sie hatten den Keller ausgebaut und dort 3 Zimmer, Küche und ein kleines Bad für Reisende eingebaut. Alles schön und sauber und für unsere letzte Nacht ausreichend. Ein letztes Highlight hatten wir uns für den Schluss aufgehoben, die Blaue Lagune. Die Tickets hatten wir schon vor Wochen im Internet gekauft und waren jetzt ganz aufgeregt. Von außen kannten wir die schon vom letzten Besuch doch dieses Mal durfte wir auch rein. Wir zogen uns schnell um und dann waren wir auch schon drin. Das Wasser war genauso milchig wie auf den ganzen Bildern und mit seinen 35-38°C genau richtig. Wir waren positiv überrascht, denn obwohl vor der Tür unzählige Busse standen, so war die Lagune selber nicht überlaufen. Sicherlich waren mit uns noch ein paar hundert andere dort, aber durch die Größe verlief sich das super. Es gab Ecken, da war man ganz alleine und konnte einfach die Ruhe genießen. Es gab eine Maskenbar, wo wir unsere Gesichtsmasken abholten. Hier tummelten sich natürlich besonders viele Menschen. Leider war es um 19 Uhr schon komplett dunkel sodass wir die wirkliche Größe der Lagune nur erahnen konnten und auch die Beleuchtung war eher spärlich. An der Bar, diesmal der richtigen, gönnten wir uns noch einen Slushi bevor wir dann nach etwa 2 Stunden völlig aufgeweicht die Laguna verließen.
Kofferpacken und wenigstens etwas Schlafen stand auf dem Plan, bevor es dann morgen um 4.30 Uhr zum Flughafen geht.

Temperatur: 6°C
Nordlichter: Nein

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