Heute ist leider auch schon wieder der letzte Tag. Ein
letztes Mal gefrühstückt und dann ging es los in Richtung Skogafoss und
Seljalandsfoss, die 2 Wasserfälle die entlang der Ringstraße im Süden Islands
lagen. Beide hatten wir schon einmal letztes Jahr besucht, aber die sind
einfach zu schön um nicht noch einmal dorthin zu fahren. Also ging es los, erst
einmal zum Skogafoss, der etwas weiter entfernte Wasserfall vor dem im Sommer ein
Campingplatz lag auf dem wir unsere erste Nacht verbracht hatten. Entlang der
Ringstraße merkte man heute zum ersten Mal wie viele Touristen doch inzwischen
in Island waren. Die Straßen waren trotz Nebensaison brechend voll. Viele der
Autos hielten am Wegesrand um Bilder zu machen (besonders isländische Pferde
und das Panorama waren beliebt) und die Höchstgeschwindigkeit wurde nur selten
erreicht. Wir waren sicherlich letztes Jahr genauso, doch heute mit einem
festen Ziel vor Augen und bereits ersten Islanderfahrungen nervte dies ein
wenig. Beim Parkplatz angekommen traf uns fast der Schlag. Wir hatten selten so
viele Menschen und Autos/Busse (insbesondere auf Island) gesehen. Es tummelten
sich hunderte Menschen um den Wasserfall. Wir waren leicht geschockt, so hatten
wir doch erwartet das in der Nebensaison eher weniger Menschen hier sind und
nicht noch mehr als letztes Jahr. Die Schönheit des Wasserfalls beeinflusste
dies natürlich nicht. Ein riesiger Regenbogen rundete das Bild ab. Wir gingen
zum Wasserbett und machten einige Bilder und genossen noch einmal die
Wassermaßen die da herunter kamen. Den Aufstieg ersparten wir uns, da die
Plattform bereits jetzt förmlich
überlief und der Aufstieg ziemlich beschwerlich war.
Nächstes Ziel sollte der
Seljalandsfoss sein, ein nicht minder beeindruckender Wasserfall hinter diesen
man laufen konnte. Am Parkplatz erwartete uns dasselbe Bild, auch hier gab es
kaum noch freie Parklücken. Vom letzten Jahr wussten wir, der Regenponcho ist
hier Gold wert, daher wurden die mitgenommen bevor wir am Seljalandsfoss vorbei
den Wanderweg entlang liefen. Wir hatten letztes Jahr den etwa 500 m entfernte
Wasserfall zwischen einem Felsspalt nicht gesehen, dies wollten wir nachholen.
Inzwischen wurde dieser auch ausgeschildert und hatte einen Namen. Im Internet
wurde er auch gerne als der Wasserfall ohne Namen bezeichnet, inzwischen kennt
man ihn aber auch unter den Namen Gljúfrabúi. Wer dort ist, sollte diesen
Wasserfall unbedingt auf seiner Liste haben. Wir waren beeindruckt und Andreas
machte sich gleich auf den Weg in Richtung Wasserfall. Ich hingegen entschied
mich für trockene Füße und blieb außerhalb der Felsspalten und machte von hier
die Bilder. Andreas ging in die Höhle rein und wurde komplett nass, trotz
Regenponcho. Trotzdem würde er es beim nächsten Mal wieder machen, da der Blick
von innen noch einmal beeindruckender ist als von außen.
Nachdem Andreas quasi
volldurchnässt raus kam, ging es zum eigentlichen Wasserfall. Dieser hatte
offensichtlich im Winter noch einmal an Wassermaße zugelegt und powerte den
Abhang nur so herunter. Es gab eigentlich keinen Ort wo man nicht nass wurde,
wenn auch teilweise nur ein wenig. Hinterm Wasserfall war es natürlich
besonders beeindruckend und deswegen hielten wir uns hier besonders lange auf.
Auf dem Rückweg passierte es dann, der Wind drehte plötzlich und wurde stärker
und riesige Wassermassen kamen auf uns zu. Wir waren durchnässt. Unsere
Jeanshosen waren pitschenass, die Schuhe, die Socken, die Jacken und leider
auch die Pullis drunter. Obwohl wir einen Poncho hatten, hielt der das einfach
nicht aus. Wie meine Kamera in ihrer Tasche (die nicht ganz zu war) es schaffte
kein Tropfen abzubekommen ist ein Wunder für das ich sehr dankbar war. Komplett
nass liefen wir durch die lustig und besorgt dreinblickenden Touristen und
zogen uns erst einmal komplett um. Jogginghose und Sneakers waren jetzt unsere
Reiseklamotten, sah vielleicht etwas komisch aus, war dafür aber richtig
bequem.
Die Fahrt ging weiter bzw. eigentlich zurück in Richtung Seljavallalaug,
ein kleiner versteckter Pool. Plötzlich sprang jedoch die Tankanzeige an und
Andres schaltete sofort auf Panikmodus um. Die Fahrt zum Pool, dessen genaue
Location wir auch nicht wussten, erwies sich als Nervenprobe die Andreas
definitiv verlor. Total nervös und aufgebracht fuhr er, in seinen Augen, in die
falsche Richtung weg von einer Tankstelle. Kurz bevor wir dann die erhoffte
Straße erreicht hatten drehte er um. Na super, schon wieder ging es nicht in
diesen Pool. Die Aussicht auf Island mit einem leeren Tank steckenzubleiben
waren Andreas zu heikel, ich hätte es riskiert. Aber als Beifahrer hab ich
nichts zu melden. Also ging es nun in Richtung Keflavik, ca. 2,5 Stunden
entfernt, wo wir unsere letzte Nacht in der Nähe des Flughafens verbringen
wollten. Nach etwa 20 Minuten Fahrzeit erreichten wir dann auch die erwünschte
Tankstelle und nach einer kleinen Eispause ging es dann weiter zum Urridafoss,
ein Wasserfall am Wegesrand der von den meisten Touristen übersehen wird. Im
Vergleich zum letzten Mal gab es nun aber Absperrbänder und ausgebaute Wege,
eine Veränderung die wir bereits bei einigen anderen Sehenswürdigkeiten bemerkt
hatten. Die Infrastruktur nimmt in Island stätig zu und es wird viel für die
Touristen gemacht.
Nach ein paar Bildern ging es dann weiter bis zu unserer
isländischen Familie, bei der wir über Airbnb ein Zimmer gebucht hatten. Das
Ehepaar war super nett und zeigte uns unser Quartier für die kommende Nacht.
Sie hatten den Keller ausgebaut und dort 3 Zimmer, Küche und ein kleines Bad
für Reisende eingebaut. Alles schön und sauber und für unsere letzte Nacht
ausreichend. Ein letztes Highlight hatten wir uns für den Schluss aufgehoben,
die Blaue Lagune. Die Tickets hatten wir schon vor Wochen im Internet gekauft
und waren jetzt ganz aufgeregt. Von außen kannten wir die schon vom letzten
Besuch doch dieses Mal durfte wir auch rein. Wir zogen uns schnell um und dann
waren wir auch schon drin. Das Wasser war genauso milchig wie auf den ganzen
Bildern und mit seinen 35-38°C genau richtig. Wir waren positiv überrascht,
denn obwohl vor der Tür unzählige Busse standen, so war die Lagune selber nicht
überlaufen. Sicherlich waren mit uns noch ein paar hundert andere dort, aber
durch die Größe verlief sich das super. Es gab Ecken, da war man ganz alleine und
konnte einfach die Ruhe genießen. Es gab eine Maskenbar, wo wir unsere
Gesichtsmasken abholten. Hier tummelten sich natürlich besonders viele
Menschen. Leider war es um 19 Uhr schon komplett dunkel sodass wir die
wirkliche Größe der Lagune nur erahnen konnten und auch die Beleuchtung war
eher spärlich. An der Bar, diesmal der richtigen, gönnten wir uns noch einen
Slushi bevor wir dann nach etwa 2 Stunden völlig aufgeweicht die Laguna
verließen.
Kofferpacken und wenigstens etwas Schlafen stand auf dem Plan, bevor es dann morgen um 4.30 Uhr zum Flughafen geht.
Kofferpacken und wenigstens etwas Schlafen stand auf dem Plan, bevor es dann morgen um 4.30 Uhr zum Flughafen geht.
Temperatur: 6°C
Nordlichter: Nein
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