Montag, 20. Februar 2017

17.02.2017 Golden Circle



Heute war nicht unser Tag, das kann man schon einmal vorweg nehmen. Unser heutiges Ziel sollte der Golden Circle sein, so nannte man die Ecke kurz Hinter Reykjavik mit seinem Nationalpark, Geysir und dem Wasserfall Gullfoss. Da wir gestern komplett in die andere Richtung gefahren sind, hatten wir heute eine lange Strecke auf dem Plan. Es ging daher noch in der morgendlichen Dämmerung los. Wir hatten dem Ort Skagaströnd eigentlich keinerlei Beachtung geschenkt, dies holten wir den Morgen nach. Es gab einen kleinen Fischereihafen, der direkt gegenüber unseres Gasthauses lag, eine etwas ungewöhnlich aussehende Kirche und einen Uferabschnitt mit ausgestellter Kunst. Wir machten noch ein paar Bilder bevor wir uns zurück ins 2,5 Stunden entfernte Borganes aufmachten.

Nach einer kleinen Eis- und Pommespause wollten wir quer durchs Land zum Thingvellir Nationalpark fahren um von dort weiter zum Bruarfoss, einem etwas abgelegeneren und unbekannteren Wasserfall zu gelangen.
Nach rund 15 Minuten Fahrzeit entdeckten wir das Schild; In 25 km soll die Straße gesperrt sein, na super. Wir hatten vergessen die Straßen vorher zu überprüfen (im Internet gibt es eine Seite wo alle Straßensperrungen aufgeführt sind), ein fataler Fehler den man besonders im Winter, wo einige Straße unpassierbar sind, nicht begehen sollte. Es ging also den kompletten Weg wieder zurück. Wir mussten also doch durch den Tunnel bzw. um die Insel herum fahren. Wir entschlossen uns für letzteres, da die Landschaft einfach wunderschön ist und wir bisher immer den Tunnel genutzt hatten. Die 30 Minuten Verlängerung war diese Strecke mit ihren Klippen, Bergen und den Blick auf den Ozean definitiv wert. Ein kleiner Wasserfall, am Wegesrand rundete diesen Eindruck ab.



Der Weg zum Bruarfoss war schwierig, zum einen weil die Ausschilderung komplett fehlte und wir nur durch die  GPS Koordinaten, die wir ins Navi eingegeben hatten, den Weg kannten und zum anderen weil der Weg durchweicht und kaputt war und wir versuchen mussten die unzähligen Schlaglöcher auszuweichen. Ein kleiner, matschiger Parkplatz mitten im Nirgendwo kündigte dann die Existenz einer Sehenswürdigkeit an, was wir zeitweise schon bezweifelt hatten.
Wir zogen unsere Regenponchos an und schnappten uns die Regenschirme und stapften entlang des matschigen Weges. Der Fußweg war schwer. Der Boden war extrem matschig, nass und rutschig und man musste ziemlich vorsichtig laufen. Die Wiesen waren fast alle komplett unter Wasser und nur wenige Grassoden schauten raus, die man wie bei Mario bespringen musste. Wir waren mehrfach unvorsichtig oder hatten einfach zu kurze Beine, weswegen wir schon nach kurzer Zeit nasse Füße hatten. Nach einer gefühlten Ewigkeit sahen wir ihn und Andreas lief voller Vorfreude los. Keine 2 Schritte gemacht rutsche er auf dem Eis aus und fiel laut fluchend in den Matsch, ein Bild für die Götter. Seine eine Seite war nun komplett verdreckt, das Kamerastativ abgebrochen und seine Laune im Keller. Es half nichts, aufstehen, Krone richten und weiter ging es. Der Wasserfall war jeden Meter Matsch wert. Wir hatten ja schon einige gesehen aber dieser bestach nicht durch seine Größe sondern einfach durch seine Kraft und Schönheit. Das Wasser floss in einem bunten Farbenspiel von allen Ecken in die Mitte wo es dann unter eine Brücke hindurch in eine Stromschnelle mündete. Ein tolles Naturspektakel, das wir fast für uns alleine hatten. Auf dem Rückweg stellten wir uns genauso ungeschickt an wie vorher und die inzwischen getrockneten Füße waren bereits nach wenigen Metern plitsch nass. Andreas lernte aus seinen Fehler nicht und so kam es wie es kommen musste und er rutschte schon wieder aus und flog wieder in den Matsch. Dieses Mal aber auf die andere Seite. Es sah nicht minder lustig aus. Die Klamotten waren spätestens jetzt hin und am Wagen musste er sich komplett umziehen. Eigentlich jedes Kleidungsstück bis auf die Unterhose war völlig verschmutzt und nass. Gut dass wir unseren Koffer mit hatten und so konnte Andreas gleich frische Klamotten anziehen.



Im neuen Gewand ging es dann weiter zum Gullfoss, wo wir ein paar Bilder machten. Leider war wegen des Wetters der Weg runter zum Wasserfall gesperrt. Auf dem Weg nach Selfoss, wo wir die Nacht verbringen wollten, ging es noch zum Geysir Strokkur. Schon von weitem konnte man es überall dampfen sehen und ein leicht schwefelhaltiger Geruch lag in der Luft. Neben dem Geysir Strokkur, der wohl am bekanntesten ist, waren hier noch einige heiße und brodelnde Pools in denen viele Touristen Münzen reingeworfen hatten. Traurig, wie gedankenlos Leute so seltene Naturereignisse zerstören. Strokkur selbst war beeindruckend. Alle 4-10 Minuten brach eine riesige Wasserfontaine aus. Wir schauten uns 4-6 Ausbrüche an, bevor es dann weiter zum Hotel ging.

In Selfoss, einer etwas größeren Stadt (für isländische Verhältnisse), gab es eine große Auswahl an Supermärkten und Restaurants. Wir entschlossen uns mal wieder für Pizza von Dominos und ließen den Abend im Hot Pool ausklingen.

Temperatur: 6°C
Nordlichter: Nein

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