Ausschlafen, Frühstücken, Duschen, nächstes Etappenziel
planen, genau in dieser Reihenfolge verbrachten wir den heutigen Vormittag.
Eins war klar, wir wollten noch weitere Nordlichter sehen und würden hierfür bis
ans Ende der Welt (Catrin: “Aber nicht nach Akureyri!“) fahren. Zum Glück war
dies nicht notwendig, denn auch im Norden von Island kündigte sich den ganzen
Abend über ein wolkenloser Himmel an. Somit stand das Ziel fest, es sollte
gegen Norden gehen. Wir buchten schnell noch unsere nächste Unterkunft und dann
saßen wir auch schon im Auto. 2,5 Stunden sollte die Fahrt dauern und damit uns
nicht allzu langweilig wurde, hielten wir hier und da mal an, machten Bilder
oder Pause. Unser erster Stopp war wenige Meter von Bifröst entfernt. Der
Glanny Waterfall, ein eher unbekannter Wasserfall, der trotz fehlender
Berühmtheit wunderschön war und zum Fotografieren einlud. Durchs Gestrüpp ging
es dann noch etwas näher an den Wasserfall heran, bevor wir uns wieder auf zum
Auto machten um dann die restliche Strecke zu fahren.
Wir fuhren durch die
Berge, die ein winterliches Panorama boten und mit ihren -1 Grad beim Fahren
zur Vorsicht ermahnten. Dichter Nebel versperrte die Sicht und das knacken in
den Ohren ließ erkennen, dass wir immer weiter bergauf fuhren.

Unser Ziel war die Halbinsel Skagi, die die mittlere von dreien war. Noch nicht ganz am Ziel angekommen passierte es. Das Auto vor uns, zum Glück wollte dies gerade abbiegen und war daher sehr langsam, versprühte Funken und plötzlich sprang der hintere Reifen ab, rollte quer über 3 Fahrstreifen und sprang dann über einen Zaun auf eine Wiese. Das war ein Schock, sicherlich nicht nur für uns sondern auch den Isländer mit seinen 2 kleinen Kindern. Wir hielten natürlich an und boten unsere Hilfe an, wohl wissend das 2 Touristen mit null Sprach- und Ortskenntnisse nicht viel ausrichten könnten, aber anbieten will man es trotzdem. Die ganze Hinterseite vom Auto war kaputt und die Halterung vom Reifen hatte eine ordentliche Delle. Wie so etwas passieren kann ist uns ein Rätsel, ich dachte immer die Reifen sitzen fest am Fahrzeug und könnten maximal platzen, die Realität belehrte mich eines Besseren. So fuhren wir weiter, jetzt viel vorsichtiger als vorher, und erreichten gut 3 Minuten später unser Ziel. Wir hatten ein Gästehaus gebucht was von Privatleuten betrieben wurden. Wir hatten Glück, zwar waren in dem Haus insgesamt 4 Zimmer, doch wir waren die einzigen Gäste. Das Haus war groß, roch nach einer Mischung aus Schwefel (das Wasser) und Oma (was auch eher der Einrichtungsstil war) und hatte Unmengen an DVDs, Schaltplatten und Büchern. In der Küche gab es einen vollen Kühlschrank mit den wesentlichen Dingen (Milch, Orangensaft, Butter, Marmelade etc.) und die Gastgeber holten bei unserer Ankunft gleich die dicken Reiseführer, Landkarten und Informationsordner aus den Schränken, um uns Tipps für die nächsten Tage zu geben. Wir waren zufrieden und entspannten den Abend bevor es dann wieder auf Nordlichterjagt gehen sollte.
Um 20 Uhr begaben wir uns erstmalig raus um dieses Spektakel zu erleben. Ich sah den Grauschleier sofort, da waren wir noch nicht mal aus dem Ort heraus. Auch die Kamera konnte das Grün sofort einfangen. Wir fuhren also die Straßen auf und wieder ab, machten hier und da Fotos, hielten an und fuhren dann wieder zurück. So richtig greifen konnte man die Lichter nicht. Es war eher so, als befänden wir uns inmitten eines riesigem Nordlichtes, dass durch den dicken Nebel kaum eine Chance hatte sich zu zeigen. Wo immer wir hin fotografierten erschien eine grüne, dicke Wand. Bei dem Wetter war es aussichtslos, wir entschlossen daher eine kurze Pause einzulegen und den Nebel abzuwarten. 2 Stunden später versuchten wir es erneut, dieses Mal mit mehr Erfolg. Der Nebel hatte sich gelegt und die Nordlichter tanzen wieder in gewohnter Art am Himmel. Leider war uns auch heute wieder nicht vergönnt dies in grün zu sehen, nur die Kamera konnte uns die wahre Schönheit der Lichter offenbaren.











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